Quo Vadis 2010?

am 6. Januar 2010 über Musik

Rückblickend: Was gab es 2009 an neuen Technologien, die im Consumerbereich dominierend waren? Sicherlich hat das iPhone samt annektierten Inhalten aus dem iTunes Store seine Marktanteile weiter ausgebaut — während das erste Google Phone G1 nach ein paar Tagen Hype wieder in der Versenkung verschwand. Schaut man in die Prospekte von Media Markt und Co., dann erkennt man, dass auch die Netbooks mit kleinem Gewicht, kompakter Größe und nur mit SSD-Platte recht erfolgreich waren. Aber was passiert 2010? Der Versuch einer Prognose

Konkurrenz fürs iPhone

Das neue Google Nexus One hat gezeigt, dass es doch eine Möglichkeit gibt, dem Platzhirsch paroli zu bieten. Und Google hat gleich erkannt, dass es nicht nur auf die Technik, sondern auch auf die Infrastruktur ankommt. Mit Google Checkout wurde gleich ein (mobiler) Bezahldienst geschaffen, eine Plattform für Android Apps gibt es auch bereits. Nur ein komplett durchdachtes System kann dem perfekt(?) durchdachten iTunes/iPhone das Wasser reichen und Google ist auf dem besten Weg dazu. Ich sehe die Anteile vom Nexus eher im Bereich der Bastler, Linuxuser und iPhone-Jailbreaker. Android ist frei und unabhängig, man muss sich nicht an einen Hersteller binden und kann auf den “Luxus” eines zentralistischen Systems verzichten. Es wird also Bewegung in den Multitouch-Phone-Bereich kommen.

Alles im Netz

Welche Anwendungen es auf dem Google Nexus dominant geben wird, steht schon fest: Mobile Derivate von Google Mail, Google Calender, Google Docs und Google Wave. Hier hat Google mit seinen seit Jahren gepflegten Webapps klar die Nase vorn und ist Trendsetter. Sobald auch der unversierte Nutzer verschiedene mobile und stationäre Rechner hat, wird der Bedarf an einer komfortablen Synchronisation steigen. Apple setzt mit MobileMe und (bald) iworks.com auf eine reine Synchronisationsschnittstelle. Google geht einen Schritt weiter und verlagert die Anwendung komplett ins Netz bzw. in den (mit Google Gears erweiterten) Browser.

Meine Meinung: Der netzbasierte Ansatz wird sich durchsetzen. Apple ist momentan mit OS X und iPhone OS an eine Plattform gebunden, die unabhängigen Webapps von Mobile-Me sind eher ein nettes Zusatzangebot als denn der zentrale Kern der Anwendung. Sobald die Benutzer Webapps als Quasi-Standard auf ihren neu gekauften Systemen vorfinden, werden sie sich der Vorteile gewahr werden. Webapps, selbst ganze Betriebssysteme á la Google Chrome, werden zumindest den mobilen Bereich dominieren.

Öffnung der Provider

Google wird sein Handy auch ohne Vertragsbindung verkaufen. Das wird für die verwöhnten deutschen Provider sicher ein Problem werden. Sie sind bis dato gewohnt, in der Schaltzentrale zu sitzen. Ihre Machtposition bröckelt aber: Das Datennetz ist (besonders in den USA) alles andere als stabil, die vertraglichen Angebote sind vor allem im mobilen Internet unattraktiv und nicht an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet. Sobald dann noch Angebote virtueller Provider ins Spiel kommen, ist der Markt spätestens dann aufgebrochen wenn es sowohl freie iPhones (was es derzeit nur über Umwege gibt) als auch freie Nexus’ geben wird. Freuen wir uns also schon einmal auf echte Datenflatrates zu vernünftigen Preisen.

Tablets

Amazon geht derzeit mit seinem Kindle in internationale Kampfformation, auch Sony hat neue Geräte am Start. Und Gerüchte über ein iSlate sind momentan fast schon hieb- uns stichfeste Ankündigungen. 2010 wird es sehr viele Geräte geben, die ich allgemein mal als “Betrachter” bezeichnen möchte. Die Idee, Zeitungen, Magazine, Bücher, Filme und Live-TV auf einem kleinen handgerechten Gerät zu betrachten, ist alt. Aber es gab bisher weder Geräte noch Angebot. Betrachtet man aber die neuesten Entwicklungen im Printmarkt, wird sich da einiges tun. Axel Springer macht es mit einem iPhone-Abo für Bild und Welt vor, vor allem im technischen Bereich sind PDF-Bücher schon sehr verbreitet.

Die Crux befindet sich meiner Meinung nach gerade noch in der Darstellung der Angebote. Freilich gibt es jede Tageszeitung mehr oder minder kostenlos im Netz, das Layout ist aber nahezu unlesbar, da die Webseiten nicht mehr als eine lieblose CMS-Anbindung an die Artikeldatenbank sind. Sobald die Verleger erkannt haben, dass man die Inhalte für die elektronische Betrachtung aufarbeiten muss und dafür auch Geld verlangen kann, kommen die “Betrachter” in Form von Tablets oder anderen Geräten ins Spiel. Dem iTunes-Store traue ich am ehesten zu, dass er diese Entwicklung vorantreibt.

Meine Intel X25 Postville SSD im Mac Mini unter OS X

am 4. Januar 2010 über Musik

Mein rund 1,5 Jahre alter Mac Mini ist mein primärer Rechner, an dem ich so ziemlich alles arbeite. Von Eclipse über Photoshop bishin zu Cubase. Weil ich auch einen mobilen Desktoprechner brauche, der sich bequem und einfach zwischen verschiedenen Wohnsitzen hin und hertransportieren lässt, geht kein größerer Rechner. Also ist Tuning angesagt! Vor einiger Zeit hab ich den RAM aufgebohrt, und jetzt war der zweite Flaschenhals dran. Nein, nicht der Prozessor, sondern die Festplatte.

Eingebaut habe ich, völlig kompromisslos, eine SSD. Nach dem Lesen einiger Testberichte im Netz und in Magazinen wird einem schnell klar, dass nur die Intel X25 halbwegs ausgereift ist und einen merkbaren Geschwindigkeitsvorteil bringt. Also habe ich eine Intel X25 Postville 160GB bei Amazon.de bestellt.

Hier nun ein praxisnaher Erfahrungsbericht.

Festplatteneinbau in den Mac Mini

Hier gibt es genug Tutorials im Internet. Ich bin am besten mit einem YouTube Video gefahren. Der Einbau ist nichts für Anfänger, man braucht vor allem geeignetes Werkzeug und gutes Fingerspitzengefühl. Weil man sehr viel ausbauen muss (das ganze obere Modul samt allen Antennen muss weg), sollte man sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Mit Haushalswerkzeug ist es nahezu unmöglich, den Mac Mini nicht zu verkratzen. Wer also weiterhin einen kratzerfreien Mac will, muss wohl zur Vertragswerkstatt gehen.

Neuinstallation auf der SSD

Ich hatte ein aktuelles Time Machine Backup und wollte dieses einspielen. Der Assistent hat jedoch die SSD nicht erkannt, die Platte muss formatiert sein. Also musste ich die Platte an meinem Mac Book Pro formatieren. Darum der Tipp: Für knapp 10 Euro gibt es USB2-Gehäuse für SATA-Platten. Einfach eines mitbestellen und vor dem Einbau mit dem Festplattendienstprogramm die Platte formatieren. Nach dem Formatieren hat Time Machine das Backup in 2 Stunden eingespielt. Flaschenhals war hier meine recht lahme Backup-Platte.

Einspielen der aktuellen Firmware

Intel hat in der ausgelieferten Firmware der Platte den Trim-Befehl nicht implementiert. Der sorgt dafür, dass das System erkennt, welche Bereiche keine Daten mehr enthalten und demzufolge nicht verwaltet werden müssen. Seit einigen Wochen gibt es aber eine Firmware dafür. Die ist auf der Intel-Seite als ISO zu bekommen. Diese ISO brennt man auf eine CD, bootet von ebendieser, drückt ein paar Mal die Taste Z (weil das deutsche QWERTZ nicht erkannt wird) und die Platte wird ohne Datenverlust aktualisiert.

OS X auf einer SSD

Nach dem Starten von OS X war das System erstmal lahmgelegt. Im Taskmanager zeigt der Dienst “dwhelper” eine Prozessorauslastung von knapp 80% an. Und das für gute 50 Minuten. Dahinter verbirgt sich der Indexer von Spotlight. Dieser hat wohl keine eingebaute Drossel und wurde nicht tief genicet, sodass er mit einem sehr schnellen Tempo die sehr schnelle Platte indiziert. So schnell, dass der Prozessor überlastet ist. Nach einer Stunde ist der Spuk aber vorbei, das Echtzeit-Indizieren ist nicht weiter spürbar. Bleibt zu hoffen, dass Apple dem Dienst ein Performance-Update verpasst.

Mit der Platte zu arbeiten macht sehr viel Spaß. Oft verwendete Programme wie Safari oder Mail starten praktisch in “Echtzeit” bei Klick. Den Ladebalken von iWorks sieht man so gut wie nicht mehr. Eclipse ist in gut 12 Sekunden samt umfangreicher Plugins geladen. Einen sehr großen Geschwindigkeitszuwachs hat man auch beim Suchen in der History von Safari, beim Laden von Fotos in iPhoto und vor allem beim Speichern gigabytegroßer Dokumente in InDesign.

Eine SSD wird wärmer als eine normale Festplatte, darum ist der Lüfter häufiger bemerkbar als mit einer normalen Platte. Die SSD selbst ist aber geräuschlos.

Fazit: Wer sich über langsam ladende Programme stört, einen merkbaren Geschwindigkeitszuwachs (für einen betagten Rechner) benötigt, mit einem relativ geringen Datenvolumen auskommt und bereit ist, dafür Geld auszugeben, wird mit der SSD glücklich. Klarwerden muss man sich aber, dass der neue Flaschenhals dann der Prozessor wird, der mit der hohen Datenrate klarkommen muss.

Askvark

am 1. Januar 2010 über Musik

Seit ein paar Monaten bin ich bei der Plattform Vark.com angemeldet. Das ist eine Community, bei der man Fragen jeglicher Art beantwortet bekommt. Das Prinzip ist einfach: Man tippt eine Frage in den Jabber oder ins ICQ und bekommt kurz darauf eine Antwort von jemandem, der sich im Thema auskennt. Da man selbst ja auch nicht auf den Kopf gefallen ist, bekommt man auch selbst (ebenfalls per ICQ) ab und an Fragen zu den Fachgebieten, welche man im Profil angegeben hat.

Die Intelligenz von Vark besteht darin, einen passenden Partner zur Beantwortung der Frage zu finden. Und das klappt bisher auch ganz gut.

Nun aber das Interessante, nämlich meine Erfahrungen.

Schlecht beantwortet werden Detailfragen, insbesondere in Randgebieten von Programmierung oder Technik. Auf komplexe Fragen für Programmiersprachen, LaTeX oder sonstigen Tools bekommt man nicht immer eine befriedigende Antwort. Da wäre man in einem passenden IRC deutlich schneller.

Sehr gut funktioniert Vark aber bei Fragen, wie “Gibt es ein…” oder “Was ist eine bessere Alternative zu…” — also alles was mit Empfehlungen zu tun hat. Schon einige gute Filme habe ich von Filmkennern empfohlen bekommen, auch gute Musik. Ebenso ein gutes Hotel in London (welches ich höchstwahrscheinlich auch buchen werde) bekommt man von einem Londoner Einwohner, der auch gleich weiß welche Stadtteile infrastrukturell gut gelegen sind.

Alles in allem ist der Dienst echt zu empfehlen, er ist kosten- und werbefrei und die Daten, die man angeben muss, sind minimal. Macht also mit! http://vark.com/s/44YY (kein Reseller-Link, keine Vorteile für mich).

YouTube Hotspot Algorithmus

am 16. Dezember 2009 über Informatk, Internet

Heute war am KIT ein Vortrag eines Mitarbeiters von YouTube (ergo Google). Neben sehr interessanten Dingen zur Infrastruktur von Google war eine Sache dann doch interessant: Die Funktion HotSpot.

HotSpot ist eine Statistikfunktion für Anbieter von Videos. Sie können damit sehen, an welchen Stellen ihre Videos besonders gut oder schlecht sind. Und wie geht das?

YouTube verarbeitet ausschließlich die Daten, wann ein Benutzer das Video abbricht und nicht weiterschaut. Für jede Klasse von Videos einer bestimmten Länge wird dann statistisch eine Funktion bestimmt, wann die Besucher das Video im Durchschnitt wegklicken. Diese Funktion ist dann die Normalisierung 0, auf der dann die Absprungstatistik des eigenen Videos abgetragen wird. Sprich: Man bekommt als Anbieter eine Kurve präsentiert, die zeigt wann das Video besser und wann das Video schlechter als alle anderen in der Länge vergleichbaren Videos sind.

Aussehen tut das dann so:

Testen kann man das schon, wenn man die Beta(?) von InSight aktiviert bzw. besucht, was über http://www.youtube.com/my_videos_insight funktioniert, wenn man als Videoanbieter angemeldet ist. Allerdings braucht man mehr als 1000 Hits auf seinem Video.

Weitere Beta-Spielereien gibt es auf der Seite http://www.youtube.com/testtube

Neues Tumblelog

am 15. Dezember 2009 über Informatk, Kultur

Mein altes Tumblelog wurde immer mehr zu einer diffusen Sammelstelle von Links aller Art. Darum habe ich nun ein neues gegründet, um fortan sauber zu trennen:

http://d135-1r43.tumblr.com wird von nun an nur noch technische Links beherbergen. Wissenschaftliche Dinge zu meinem Fachgebiet, der Informatik, aber auch praktische Aspekte wie Marketing im IT-Bereich sowie ein bisschen Netzkultur und Politik. Mein neues Ziel ist es, das Tumble auf seriöse Links zu beschränken.

http://creativitylog.tumblr.com ist neu und wird nur Inspirationen jeglicher Art beinhalten: Schwerpunkt auf Grafiken, Tutorials, Fonts — aber auch zu originellen Produkten, guter Software oder Kunst. Damit ersetzt das Tumblelog mein inzwischen sehr unübersichtliches Lesezeichen-Verzeichnis, das ich seit mehreren Jahren pflege. Peu á peu werde ich diese Link in dem Tumble posten. Ziel ist es, beim Schmökern in dem Tumble neue Ideen, ganz egal für was, zu bekommen.

Tumblr.com erlaubt, dass mehrere Redakteure in dem Tumble mitarbeiten. Wer möchte sich mir anschließen?

Mein Twitter wird nach wie vor alles zusammenfassen und wie eh und je auch unnützen Spam ins Internet setzen.

GTD

am 10. Oktober 2009 über Kultur

Vor einigen Monaten habe ich mir das Buch “Getting Things Done” von David Allen zu Gemüte geführt. Irgendwie wollte ich das Chaos in meiner Aufgabenverwaltung aus Notizzetteln, Ordnern und Collegeblöcken etwas strukturieren. 6 Monate mache ich nun schon “GTD”. Vieles von Allens Vorschlägen ist nützlich und brauchbar, manches nicht. Welche Gedanken ich wie umsetze will ich mal kurz vorstellen:

Eingangskorb

Der zentrale Eingangskorb ist zum wichtigsten Element der Aufgabenverwaltung geworden. Gleich drei habe ich. Einen in der Software Things auf dem Mac und synchron auf dem iPhone. Dort kann ich jederzeit Aufgaben, die mir einfallen, eintippen. Immer und überall. Entweder ich sitze am Rechner oder mein iPhone ist griffbereit — es gibt also keine Situation, die nicht abgedeckt ist.

Die beiden anderen Körbe sind nicht virtuell. Es sind zwei Ablagen, je eine an meinen Wohnsitzen. Dort hinein kommt alle Post, alles aus dem Drucker was noch abgeheftet werden muss und alles was man beim Aufräumen oder sonst wann findet.

Vor allem die “echten” Körbe sorgen für Ordnung. Papier, das rumliegt, gibt es nicht mehr. Unter diesem Aspekt hat GTD schon was gebracht.

Durcharbeiten des Eingangskorbes mit der 2-Minuten-Regel

Einmal am Tag arbeite ich die Eingangskörbe durch. Alle Aufgaben, die in weniger als 2 Minuten erledigt werden können müssen nach GTD sofort ausgeführt werden. Das Abheften einer Rechnung gehört da also dazu, ebenso das Senden einer kurzen Mail. Der Eingangskorb wird damit recht fix genullt, da ich recht papierlos arbeite und Papier in der Regel nur ablegen muss. Der von Allen vorgeschlagene Korb “Nächste Schritte” ist bei mir darum fast immer leer. Allemal eine Zeitung oder ein Magazin, das ich lesen will, landet darin.

Ein Beschriftungsgerät kaufen

Ich habe mir einen Brother P-Touch gekauft. Und es hat tatsächlich etwas gebracht. Beschriftet ist nun sehr viel in meinem Büro. Am Regel steht wo was hin soll, ebenso auf den Schubladen. Auch meine Netzteile und Kabel wissen nun, wo sie hingehören. So doof es klingen mag: Wenn man einen P-Touch in unmittelbarer Nähe hat, dann nutzt man ihn auch. Und das ist sehr nützlich.

Einen Aktenschrank anlegen

Bisher hatte ich keinen Aktenschrank, sondern nur ein paar lose, unsystematische Ordner. Das war unpraktisch, weil das Ablegen von Papier immer zeitaufwändig war. Bei IKEA habe ich mir einen Aspvik gekauft. Das ist ein stabiler Hängemappenschrank aus Metall. Allen ist strikt gegen Hängemappen, ich finde sie für meinen Anwendungsbereich aber sehr praktisch. Eine Mappe zu einer Veranstaltung, einen Grafikauftrag, die Noten eines Komponisten, die Orgelsätze zu den “Neuen Liedern” — alles füllt ziemlich genau eine Hängemappe ohne dass es unübersichtlich wird. Eine Akte in einer Hängemappe habe ich zudem recht fix in meinem Rucksack mobil dabei.

Dynamische Akten

Ich nutze meine Akten dynamisch. Eine Akte heißt etwa “Aktuelle Veranstaltung”. Dort drin ist alles Material zur nächsten anstehenden Veranstaltung, inklusive Referenzmaterial wie die Flyer, die ich dort auslegen soll, die Gemalisten für die Herren Abzocker, die Gestattung, die Gastspielverträge. Am Tag der Veranstaltung packe ich die Akte in meinen Rucksack und kann sicher sein, dass nichts vergessen ist. Danach wandert der Inhalt in die Akte “Veranstaltungen 09″, das Referenzmaterial bleibt gleich drin für das nächste Mal. Und genauso mache ich es mit anderen Bereichen auch: “Aktuelle CVJM-Vorstandssitzung”, “Aktueller Auftrag”, “Aktuelle Setliste/Konzert”. Selbstverständlich sind alle Akten mit meinem P-Touch beschriftet.

Altpapier in Reichweite haben

So banal es klingt: Wenn man das Altpapier immer in Reichweite hat, dann wirft man eher unnützes Papier weg. Ich habe keinen Papierkorb mehr, sondern eine großzügige Kiste, etwas größer als Din-A4 direkt neben meinem Eingangskorb. Zeug das man nicht braucht landet darin recht schnell, wo früher der Müll auf dem Schreibtisch liegen blieb.

Es werde Licht: Led Lenser M1

am 2. September 2009 über Review

[Trigami-Review]

Frisch aus dem Urlaub gekommen fand ich vor meiner Haustüre ein doch recht großes Paket vor. Umso erstaunter war ich dann, dass darin doch recht kleine, kompakte Kästchen waren. Allen voran die neue M1 eine kleine, süße LED-Taschenlampe aus dem Hause Zweibrüder Led-Lenser.

Die Taschanlampe kommt mit einem praktischen Nylon-Holster, der bequem an jedem Gürtel anzubringen ist — dank Druckknopf sogar ohne den Gürtel zu lösen. Eine passende Marken-Batterie liegt ebenso bei. Neben einer ausführlichen Anleitung in deutscher Sprache ist auch eine kompakte Mini-Anleitung in stabilem Scheckkartenformat mit im Paket. Dort ist nochmal grafisch und leicht verständlich die Bedienung der unterschiedlichen Modi erklärt.

Davon gibt es nämlich durch die “Smart Light Technology” gleich drei: Einmal “full Power”. Gleich nach dem Einschalten leuchtet die Lampe mit voller Kraft. Ein weiterer Druck auf den Schalter am Heck schaltet in den Energiesparmodus um. Der ist wahrlich nicht nur nötig, um Energie zu sparen. Der dritte Modus ist der Stroboskop-Modus, der die Taschenlampe dauerblinken lässt. Das Durchschalten der Modi ist auch über einfaches Antippen möglich, eine ausführliche Beschreibung dazu liegt sowohl in der Betriebsanleitung als auch auf der scheckkartengroßen “Smart Card” bei.

Die M1 kann einfach und vor allem einhändig über das Speed-Fokus-Schiebesystem fokussiert werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus dem Hause Maglite. Lange habe ich eine Maglite LED AAA benutzt. Und meistens genau dann, wenn mindestens eine Hand irgend etwas getragen hat. Umständlich am Kopf rumschrauben ist dann alles andere als praktisch. Nicht so bei der Led Lenser M1: Das Speed-Focus-System lässt sich schnell und leichtgängig, aber dennoch präzise schieben. Daumen und Zeigefinger genügen dafür, während die Lampe in der selben Hand liegt.

Die Leistung der M1 beträgt nominell 155 Lumen, die 3 Minuten nach Einschalten andauern. Danach wird auf 60 Lumen gedimmt, um Energie zu sparen. Benötigt man doch einmal länger als 3 Minuten volle Kraft, dann kann man die M1 einfach ein- und wieder ausschalten.

Eine hochstromfähige Lithium-Batterie sorgt für mehr Leistung, die Kontakte sind vergoldet. Die Verarbeitung der Lampe erscheint sehr hochwertig. Nichts wackelt, beim Schütteln klappert nichts. Die Gewinde fassen äußerst gut und sind mit Gummis abgedichtet.

Der Test

Trockenschwimmen mag ich nicht, daher habe ich die M1 gleich zwei Tage im vollen Praxiseinsatz getestet. Einmal bei der nächtlichen Beachparty im Schwaigerner Freibad, die ich hauptverantwortlich organisiert habe und einmal beim “We Will Rock You”-Konzert in Massenbachhausen, wo ich im Orga-Team bin.

“Wow”, war mein erster Eindruck. Gewohnt war ich das Licht von 90cm langen MagLites und habe ersthaft damit gerechnet, dass die kleine M1 diesen Ungetümen nicht das Wasser reichen können. Kann Sie aber. “Size Matters” ist im Fall der M1 eindeutig widerlegt. Leuchtet man in Kabelkisten und Cases, war die volle Leistung sogar zu stark. Mit einem weiteren Druck auf den Schalter ist man aber recht fix in dem Modus mit 30% Lichtkraft.

Der Stroboskop-Effekt wird vom Hersteller für die Selbstverteidigung empfohlen, da er einen Angreifer stark blendet. Das tut er in der Tat. Ein kurzer Selbsttest lädt nicht gerade zum Wiederholen ein. Der Blendeffekt und vor allem die Irritation durch das flimmernde Licht ist enorm.

Aber das ist meiner Meinung nach wahrlich nicht der einzige Einsatzbereich. Eigentlich hielt ich diesen Modas beim Durchlesen der Anleitung für eine nette Spielerei, der Praxiseinsatz hat aber etwas anderes gezeigt. Gerade in der Veranstaltungstechnik, aber sicher auch im Sicherheitsbereich und beim Outdooring ist der Strobokopmodus eine hervorragende Möglichkeit, um Signale zu geben. Egal ob beim Einweisen von Autos oder beim Lichtsignal aus 20 Meter Entfernung an den Tontechniker am FOH — das Strobe ist extrem auffällig und setzt sich gegenüber anderen Lichtquellen sehr gut durch.

Das Durchschalten der Modi geht auf zwei Arten: Enweder durch wiederholtes Betätigen des Schalters oder durch wiederholtes Antippen. Und das benötig leider etwas Übung, es intuitiv zu bedienen gelang mir am Anfang nicht. Sowohl in die Geschwindigkeit als auch die Druckstärke beim Tippen muss man sich erst einarbeiten. Ist das aber geschafft, geht das Durchschalten recht fix. Und wenn man mal vergessen hat, wie das Durchschalten funktioniert, hilft der kleine scheckkartengroße Spickzettel.

Gewohnt war ich immer, neben meinem Leatherman stets mehrere hundert Gramm an Taschenlampe zu tragen. Doch die M1 ist mit 74g kaum spürbar. Mein Schlüsselbund wiegt deutlich mehr.

Die M1 kostet im Handel 69 Euro.

Fazit: Verglichen mit meiner Maglite LED AAA ist die M1 um Welten besser, handlicher und leuchtstärker. Gerade bei Einsätzen, wo man vielleicht oder mal kurz eine Taschenlampe braucht hat die Lampe ideale Voraussetzungen, um unauffällig und nicht störend am Gürtel, in der Handtasche oder in der Hosentasche auf ihren Einsatz zu warten. Damit sind sie sowohl für den qualitätsbewussten Consumer als auch für den Profi mit gelegentlichem Bedarf an spontanem Licht eine sichere Wahl. Und wenn man einmal Hilfe oder Beratung braucht, dann bietet Led-Lenser gleich eine ganze Community an, an die man sich wenden kann.


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M. Herhoffer