Archiv für Januar 2006

„…eher zu spät als zu früh gestorben“

am 28. Januar 2006 über Musik

Portrait MozartMozart hätte gestern seinen 250. Geburtstag gefeiert, wenn dieses Jahr nicht sein 214. Todestag wäre. Und das nimmt alle Welt als Grund, dem Meister der infantilen Holzhammer-Harmonik zu huldigen. Von der Dauerberieselung mit der “Kleinen Nachtmusik”, der g-Moll-Sinfonie und dem Rondo Alla Turca (nur der kitschige letzte Satz) kann man sich dieser Tage nicht abwenden. Im TV wird ein Mozart Menü zubereitet, Brilliant bringt eine 170-CD -Box für 90€ (deren kleinen Bruder ich auch im Regal stehen habe) heraus und Don Giovanni und Papageno hüpfen frauenaufreißend respektive flötend über die Bühnen dieser Welt.
Hab ich schon erwähnt, dass ich Mozart nicht mag? Rein subjektiv kann ich mit Mozarts Musik nichts anfangen. Ich finde die Harmonien viel zu berechenbar, die Effekte viel zu platt und die Melodien zu kindisch. Die Musik hat zweifelsohne einen völlig anderen Sinn als jene, die ich als Hobby(?)-Kirchenmusiker sonst so schätze. Trotzdem habe ich ein Lieblingsstück von Mozart: KV 561, ein vierstimmiger Kanon. Hier der Text, den der Meister höchstselbst verfasst hat:

Bona nox!
bist a rechta Ochs;
bona notte,
liebe Lotte;
bonne nuit,
pfui, pfui;
good night, good night,
heut müßma noch weit;
gute Nacht, gute Nacht,
scheiß ins Bett daß’ kracht;
gute Nacht,
schlaf fei’ g’sund und
reck’ den Arsch zum Mund.

Zum Schluß noch die Meinung Glenn Goulds zu Mozart: „…eher zu spät als zu früh gestorben“

Mathematiker sind des Teufels!

am 21. Januar 2006 über Mathematik

Der Kirchenvater, Theologe und Philosoph Augustinus von Hippo hat recht viele Bücher geschrieben, die heute die Grundlage unserer Kirche bilden. Eines davon ist DE GENESI AD LITTERAM LIBRI DUODECIM. Im XVIII. Kapitel, Vers 37 heißt es da:

Quapropter bono christiano, sive mathematici, sive quilibet impie divinantium, maxime dicentes vera, cavendi sunt, ne consortio daemoniorum animam deceptam, pacto quodam societatis irretiant.

Mit meinem Restwissen an Latein übersetze ich das mal mit:

Darum soll sich der gute Christ vor den Mathematikern hüten, als gleich auch vor all jenen, die Prophezeiungen machen - wie wahr sie auch sprechen mögen - damit diese nicht, die im Packt mit dem Teufel stehen, die irrenden Seelen zur Hölle hinabschicken.

Was soll aber an Mathematikern so böse sein? Ein Blick in den Stowasser bringt ein wenig Licht ins Dunkel der mathematischen Hölle:

mathematicus mathematisch; Subst. mathematicus, i, m. Mathematiker; Astrologe

Historische Blogs

am 15. Januar 2006 über Internet

Weblogs sind eine tolle Sache - doch wer hat die ganze Sache erfunden? Ein Redakteur des ‘Handelsblatt’ meint, Martin Luther wäre der erste Blogger gewesen:

Der Redaktionsleiter von handelsblatt.com bezeichnete Martin Luther als den ersten Weblogschreiber der Geschichte. Als der seine 95 Thesen an der Kirche anschlug, habe er die akademischen Zirkel verlassen und eine breite Diskussion über seine ketzerischen Thesen angestoßen, die bis heute andauere. Medien müssten aufpassen, dass sie nicht das gleiche Schicksal ereile wie die katholische Kirche.

Den ganzen Artikel gibt es auf Jesus.de.

Orgel aus dem Rechner

am 12. Januar 2006 über Linux-Audio, Musik

Auf der LAC 2004 wurde leider in meiner Abwesenheit ein tolles Projekt vorgestellt, das ich erst jetzt entdeckt habe: Aeolus ist ein virtueller Pfeifenorgel-Synthesizer. Das an sich ist nichts besonderes. Besonders ist nur, dass die Software trotz des relativ frühen Stadiums ihrer Entwicklung extrem gut klingt.
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Paradigmenwechsel

am 5. Januar 2006 über Informatk

Objektorientierung oder Funktionale Programmierung? Diese Frage ist stets ein Quell endloser Diskussionen. Und ich halte mich aus dieser Debatte schön heraus und stelle ein völlig anderes Konzept vor: Das Datenstromorientierte Programmieren (Dataflow Programming). Die Versuchung lieht nahe, dieses Prinzip gleich mit einem Beispiel aus dem Audio- oder Videobereich vorzustellen. Als Informatiker braucht man aber eine formale, allgemeine Beschreibung. Hier mein Versuch.
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M. Herhoffer