Orgel aus dem Rechner
Auf der LAC 2004 wurde leider in meiner Abwesenheit ein tolles Projekt vorgestellt, das ich erst jetzt entdeckt habe: Aeolus ist ein virtueller Pfeifenorgel-Synthesizer. Das an sich ist nichts besonderes. Besonders ist nur, dass die Software trotz des relativ frühen Stadiums ihrer Entwicklung extrem gut klingt.
Aeolus lässt keine Kompromisse zu. Die Software kann genau das was eine echte Orgel auch kann. Es gibt drei Manuale und ein Pedal, für MII und MIII noch jeweils einen Tremulant und die üblichen Koppeln. Die Orgel hat eine durchdachte und liebevoll abgestimmte
Die leicht vorhandenen Hinlänglichkeiten des Klangs der virtuellen Orgel werden durch einen perfekten Raumklang samt Hall und Delay überspielt. Das ist kein Trick sondern auch bei echten Orgeln so. Wer schon einmal eine Orgel in einem kleinen Gemeindezentrum, eine Hausorgel oder etwas Vergleichbares gehört hat, weiß dies zu beurteilen: Der eigentlich sehr einfache Klang einer Orgel wird erst durch den Raum lebendig.
Jetzt aber zur Praxis: Zum Testen habe ich ein Verset in F von
I: Tibia 8, Celesta 8 (wenn schon Kitsch, dann richtig)
II: Harmonic Flute 8, Flauto Dolce 4
III: (na was wohl?!) Oboe 8
Mangels eines Hardware-MIDI-Pedals (das erste dieser Art erscheint erst zur Musikmesse bei Doepfer als Modul für die D3) musste ich Rosegarden als Sequencer verwenden. Der Hall stammt direkt von Aeolus. Der Klick am Anfang stammt von Rosegarden (wohl ein Bug) und die Klicks innerhalb des Stückes sind von Aeolus - keine Ahnung, warum. An den klassischen Xruns von Jack liegt es jedenfalls nicht.
Hier nun das Werk:
Verset in F - Louis Lefébure-Wely


12. Januar 2006 um 23:24
Klingt echt nicht schlecht. Ich hab außerdem nur ein mal einen “Klick” gehört, kann aber auch sein, dass meine Ohren zu schlecht sind *hehe*. Der Schluß (kann man das ein Arpeggio nennen?!) klingt wie einer meiner Lead-Synthies und nicht gerade nach Orgel, aber sonst klingt’s super!