„…eher zu spät als zu früh gestorben“

Portrait MozartMozart hätte gestern seinen 250. Geburtstag gefeiert, wenn dieses Jahr nicht sein 214. Todestag wäre. Und das nimmt alle Welt als Grund, dem Meister der infantilen Holzhammer-Harmonik zu huldigen. Von der Dauerberieselung mit der “Kleinen Nachtmusik”, der g-Moll-Sinfonie und dem Rondo Alla Turca (nur der kitschige letzte Satz) kann man sich dieser Tage nicht abwenden. Im TV wird ein Mozart Menü zubereitet, Brilliant bringt eine 170-CD -Box für 90€ (deren kleinen Bruder ich auch im Regal stehen habe) heraus und Don Giovanni und Papageno hüpfen frauenaufreißend respektive flötend über die Bühnen dieser Welt.
Hab ich schon erwähnt, dass ich Mozart nicht mag? Rein subjektiv kann ich mit Mozarts Musik nichts anfangen. Ich finde die Harmonien viel zu berechenbar, die Effekte viel zu platt und die Melodien zu kindisch. Die Musik hat zweifelsohne einen völlig anderen Sinn als jene, die ich als Hobby(?)-Kirchenmusiker sonst so schätze. Trotzdem habe ich ein Lieblingsstück von Mozart: KV 561, ein vierstimmiger Kanon. Hier der Text, den der Meister höchstselbst verfasst hat:

Bona nox!
bist a rechta Ochs;
bona notte,
liebe Lotte;
bonne nuit,
pfui, pfui;
good night, good night,
heut müßma noch weit;
gute Nacht, gute Nacht,
scheiß ins Bett daß’ kracht;
gute Nacht,
schlaf fei’ g’sund und
reck’ den Arsch zum Mund.

Zum Schluß noch die Meinung Glenn Goulds zu Mozart: „…eher zu spät als zu früh gestorben“

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M. Herhoffer