Rechtschreibprüfung mit vim
am 22. Februar 2006 über Linux
Wenn es um Textdateien geht, dann benutze ich immer und grundsätzlich Vim. Zum einen, weil Vim auch auf meinem Webserver per SSH rund läuft und zum anderen weil Kate und Co. einfach nicht so flexibel und schnell zu bedienen sind wie der Dinosaurier. Ein Manko von Vim ist sicherlich seine - nennen wir es: Bodenständigkeit. So gibt es keine eingebaute Rechtschreibprüfung.
Das macht aber nichts. Gemäß der Unix-Tugend “für jede Aufgabe ein extra Tool” kann man Vim nämlich wunderbar zur Zusammenarbeit mit ASpell zwingen. (Das deutsche Paket heißt wahrscheinlich aspell-de.) Der Trick ist das Ausrufezeichen! Wer mit Vim schon mal einen Compiler bedient hat, kennt diese Funktion sicher schon. Mit
:!command %
wird der Pfad der geöffneten Datei (repräsentiert durch %) als Argument an command übergeben. Das Programm wird dann direkt in Vim ausgeführt. Mehr braucht man für eine Rechtschreibprüfung nicht! Zum Prüfen muss man einfach folgende Zeile eingeben:
:!aspell --lang=de check %
Wenn man eine sinnvolle Dateiendung hat, erkennt ASpell sogar, was überhaupt geprüft werden muss. So wird bei LaTeX-Dateien aller Syntax-Kram erst gar nicht angeschaut. Erzwingen kann man (wenn die Endung nicht .tex heißt) diesen Modus mit –mode=tex.
Jedes Mal diese Zeile einzutippen macht aber keinen Spaß. Man kann sich darum entweder einen Alias auf “aspell –lang=de check” legen oder den eleganten Weg wählen: Einen Shortcut für Vim definieren.
Das konfiguriert man in der vimrc. Entweder global in der /etc/(vim/)vimrc oder privat in ~/.vimrc. Einfach folgende Zeile hinzufügen:
map <f6> :!aspell --lang=de check %
Welche Taste man verwendet ist eigentlich egal, man kann auch jede andere freie Taste nehmen.
Jetzt muss man im Befehlsmodus nur noch F6 drücken und das Latex-Dokument wird zumindest frei von Rechtschreibfehlern.

