Schon gehört?
Bei der letzten Sendung von Wetten, dass …? wurde ein Kandidat Wettkönig, der vier gleichzeitig angeschlagene Töne auf einem Klavier benennen konnte.
Wenn es Musikern vor, nach oder auch während einer Probe langweilig wird, kommt man manchmal auf lustige Ideen. Etwa auf jene, die Wette mal auszuprobieren. Und es ist eigentlich gar nicht so schwer!
Nicht jeder Mensch hat das absolute Gehör (auch ich nicht). Wenn man sich aber einen Ton von einer Stimmgabel oder einem Instrument holt, kann den sich jeder normale Mensch für kurze oder längere Zeit merken. In dieser Zeit ist also jeder in der Lage, jeden Ton absolut zu benennen. Mit 2 Tönen gleichzeitig ist das sehr leicht. Mit 3 ist es etwas schwerer, trotzdem sollte es jeder Musiker mit längerer Erfahrung können. Mit 4 braucht es schon etwas Übung. Es treten nämlich ein paar Seiteneffekte auf: Wenn sich die höheren Harmonischen (
Gehörbildung gehört zum Handwerk eines jeden guten Musikers. Und wenn man damit erst mal angefangen hat, entpuppt sich der augenscheinliche Hokuspokus schnell als banale Übungssache wie jede andere Fähigkeit auch. Als Beweis, dass auch ein Laie Intervalle erkennen kann (und es nur nicht weiß) hier eine Schummel-Liste mit allen Intervallen. Wenn man spontan die beschriebenen Tonschritte innerhalb der angegeben Lidern singen oder sich vorstellen kann, dann ist man schon in der Lage, den entsprechenden Intervall zu benennen:
Prime: ?!
kleine Sekunde: erste 3 Töne des “Entertainers” (Scott Joplin), ersten Töne von “Für Elise” (Beethoven)
große Sekunde: erste Töne von “Alle meine Entchen”
kleine Terz: Der Kuckuck aus einer Schwarzwälder Kuckucksuhr
große Terz: erste Töne von “Hänschen Klein”
Quarte: Martinshorn
Tritonus: der kommt kaum vor (außer im Death-Metal)
Quinte: erste beide Töne von “Wie schön leuchtet der Morgenstern”
kleine Sexte: erste beide Töne von “Conquest of Paradise”
große Sexte: erste beide Töne von “Go West”
kleine Septime: nach dem Tritonus gleich das zweit böseste Intervall. Im Zweifelsfall “strebt” die kleine Septime nach unten zur gr. Sexte
große Septime: strebt zur Oktave
Oktave: deutlich hörbar der selbe Ton

