Rechtschreibprüfung mit vim

Wenn es um Textdateien geht, dann benutze ich immer und grundsätzlich Vim. Zum einen, weil Vim auch auf meinem Webserver per SSH rund läuft und zum anderen weil Kate und Co. einfach nicht so flexibel und schnell zu bedienen sind wie der Dinosaurier. Ein Manko von Vim ist sicherlich seine - nennen wir es: Bodenständigkeit. So gibt es keine eingebaute Rechtschreibprüfung.
Das macht aber nichts. Gemäß der Unix-Tugend “für jede Aufgabe ein extra Tool” kann man Vim nämlich wunderbar zur Zusammenarbeit mit ASpell zwingen. (Das deutsche Paket heißt wahrscheinlich aspell-de.) Der Trick ist das Ausrufezeichen! Wer mit Vim schon mal einen Compiler bedient hat, kennt diese Funktion sicher schon. Mit
:!command %
wird der Pfad der geöffneten Datei (repräsentiert durch %) als Argument an command übergeben. Das Programm wird dann direkt in Vim ausgeführt. Mehr braucht man für eine Rechtschreibprüfung nicht! Zum Prüfen muss man einfach folgende Zeile eingeben:
:!aspell --lang=de check %
Wenn man eine sinnvolle Dateiendung hat, erkennt ASpell sogar, was überhaupt geprüft werden muss. So wird bei LaTeX-Dateien aller Syntax-Kram erst gar nicht angeschaut. Erzwingen kann man (wenn die Endung nicht .tex heißt) diesen Modus mit –mode=tex.
Jedes Mal diese Zeile einzutippen macht aber keinen Spaß. Man kann sich darum entweder einen Alias auf “aspell –lang=de check” legen oder den eleganten Weg wählen: Einen Shortcut für Vim definieren.
Das konfiguriert man in der vimrc. Entweder global in der /etc/(vim/)vimrc oder privat in ~/.vimrc. Einfach folgende Zeile hinzufügen:
map <f6> :!aspell --lang=de check %
Welche Taste man verwendet ist eigentlich egal, man kann auch jede andere freie Taste nehmen.
Jetzt muss man im Befehlsmodus nur noch F6 drücken und das Latex-Dokument wird zumindest frei von Rechtschreibfehlern.


23. Februar 2006 um 0:07
Ich bleibe unter Unix immer noch bei Nano und unter Windows verwende ich Notepad++ bzw. Textpad. Mit Aspell hab ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht, da es zusammen mit miranda irgendwie nicht gefunzt hat. Aber mal ehrlich, wenn man halbwegs in der Schule aufgepasst hat, braucht man doch gar keinen “Spellchecker”. Unter Word war damals die Rechtschreibprüfung das erste, was ich abgeschaltet habe (ok, nach der komischen animierten Büroklammer).
23. Februar 2006 um 9:38
Da fehlt das F6 in deinem Map Befehl - HTML Escapen oder Wordpress so konfigurieren.
Gebraucht hab ich nen Spellchecker auch nicht wirklich bisher. Ich kan nemlich gans gud schraibn.
23. Februar 2006 um 13:33
Oups, da macht Wordpress aber ganz böse Dinge, wenn man vergisst, die spitzen Klammern zu escapen.
Wenn man mit Vim Latex oder HTML schreibt, dann ist eine Rechtschreibprüfung immer wichtig. Was bringt einem denn ein schönes G-Brief-Dokument, wenn es voller Tippfehler ist? Ich hab selbst im Browser eine Rchtschreibprüfung (http://spellbound.sourceforge.net)