Schon mal Noten eingekauft? Jedes Mal wenn ich Noten kaufe bin ich um minimal 30 Euro ärmer. Und maximal um 10 Minuten brauchbares Material reicher. Das im Handel erhältliche Material wird mit einer rigorosen Abzock-Mentalität der Verlage feil geboten. Ganz schlimm treibt es Edition Peters. Das Bach-Gesamtwerk für Orgel hat mich rund 300 Euro gekostet. Das Papier ist inzwischen vergilbt, die schlecht gebundenen Bände verlieren nach und nach alle Blätter und das Druckbild wurde wohl vor mehr als 70 Jahren per Hand gesetzt. Andere Verlage haben zwar einen modernen Satz, dafür sind sie nicht quellentreu und haben schlechte Blätterstellen. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie verlangen Geld für freie Information!
Die Rechtslage
Kreative Arbeit ist durch das Urheberrecht geschützt. Dies gilt aber nur 70 Jahre nachdem der Komponist gestorben ist. Das heißt: Wenn man Noten von Johann Sebastian Bach kauft, dann hat der Verlag absolut keine Rechte an der Musik. Kopieren darf man sie aber trotzdem nicht. Weil nämlich auch die Darstellung und die Edition geschützt ist. Ebenfalls für 70 Jahre. Unter Darstellung versteht man das Druckbild der Noten, Edition meint Bearbeitungen von mehr oder minder schlauen Menschen wie Fingersatz, Tempoangaben und Notizen. Darum bemühen sich die alten Verlage auch immer, nach 70 Jahren möglichst unauffällig das Material verschwinden zu lassen und neu zu setzen.
Auf zur Befreiung!
Kein Mensch kann also etwas dagegen tun, wenn man 70 Jahre alte Noten verbreitet. Heute macht man das natürlich effektiv mit PDF-Dateien statt tausende Papierkopien zu ziehen. Gute Anfänge gibt es schon. Allerdings nicht unter der GFDL oder einer vergleichbaren Lizenz. Seiten wie rowy.net oder cpdl.org haben schon gute Arbeit geleistet. Es gibt aber noch keines auf Vollständigkeit und freie Lizenz ausgelegtes Projekt. Darum will ich eines gründen! Ich bin in der Lage, die nötige Software und den Webspeicher bereitzustellen. Ich habe aber keine Ahnung vom Urheberrecht. Daher wäre noch jemand nötig, der sich mit dem juristischen Kram auskennt. Außerdem ist jeder Musiker, der schon mal Noten gesetzt hat wichtig. Denn schließlich muss auch der Inhalt irgendwoher kommen.
Auf diese Idee sind schon aber schon viele gekommen. Zum Beispiel die Firma CD Sheet Musik. Die verkaufen für teuer Geld CDs mit je rund 3000 Partituren im PDF-Format. Damit sind die Noten wieder nicht frei, denn zum einen werden CDs (=Darstellung) verkauft und nicht Musik an sich. Eigentlich müsste es nach dem Corel-Urteil möglich sein, auf deren Ressourcen zuzugreifen. Wenn nicht, dann könnte man wenigstens die zu Grunde liegenden Ausgaben neu scannen.
Wer bereit ist, sich der Sache anzuschließen kann mir eine eMail an blog(ätt)d135-1r43(dot)de schicken oder einen Kommentar schreiben. Befreit die Musik!