Archiv für März 2006

Und nochmal D - A - h -f# - G - D - G - A

am 29. März 2006 über Internet, Musik

Ich hab mich schon einmal darüber ausgelassen, dass ein ganz besonderes musikalisches Motiv immer funktioniert. Der Kanon in D von Pachelbel. Thomas hat mir einen YouTube-Film geschickt, der dies eindrucksvoll beweist. Eines vorneweg: Es ist ein Musik-Homevideo. Wer jetzt aber an “Sonnenlischt” und die damit verbundene akustische Zumutung denkt, tippt falsch. Ein junger Gitarrist spielt live die Leads zu einem “Canon in D”-Backing und nimmt es dabei technisch locker mit Yngwie Malsteen und Luca Turilli auf. Dieses Mal mag es wirklich stimmen: “The next big thing, really!”

Alles im Griff

am 28. März 2006 über Musik

Nord Stage 88Passend zur morgen anlaufenden Musikmesse in Frankfurt will ich ein paar Worte über mein Primärinstrument verlieren: Ich besitze seit 4 Monaten eines der ersten Clavia Nord Stage 88, die in Deutschland ausgeliefert wurden. Nahezu jedes Fachmagazin hat das Board umfangreich getestet. Darum will ich nur eine ganz fundamentale Eigenschaft ansprechen: Das unglaublich konsequente und einfache Bedienkonzept des Keyboards.
Nord Stage 88Das Herzstück der allermeisten Keyboards in jedem Preissegment ist ein möglichst großes und buntes Display. Mit bunten Farben und den zumeist seitlich angebrachten Multifunktions-Knöpfen (man kennt das von Handy und Geldautomat) darf man sich dann durch Menüs und Submenüs, Modi und Submodi, Einstellungen und Untereinstellungen durchblättern. Das braucht Zeit, in aller Regel zwei Hände und man muss wissen wo welche Einstellung versteckt ist. 2 Takte vor dem Solo ist das ziemlich ungünstig. Da nützt auch die vollanimierte Darstellung im Display nichts mehr.
Nord Stage 88Clavia setzt darum schon immer auf ein fundamental anderes Konzept: Jede Funktion bekommt eine Taste und jeder Parameter einen Drehknopf. Das schaut auf den ersten Blick recht lustig aus. Das Nord Stage hat 83 Knöpfe und 29 Drehregler. Die LEDs hab ich erst gar nicht gezählt. Man kann darum zu jeder Zeit alles direkt manipulieren. Immer mit einer Hand, immer ganz intuitiv über einen Drehregler. Das ermöglicht ein unglaublich dynamisches Spiel. Bei anderen Boards ist man zuerst Sounddesigner. Dann speichert man den Sound als Preset ab und spielt ihn dann - ohne die Möglichkeit, ihn beim Spielen verändern zu können. Beim Nord Stage gibt es natürlich auch Presets. Mit einem kleinen Drehgriff hat der Sound aber mehr Hall oder weniger Delay, mehr Attack oder einen längeren Decay.
Ich finde dieses Konzept die einzig gangbare Art, um komplexe Dinge einfach zu halten. Software- und Produktdesigner sollten sich davon mal eine Scheibe abschneiden. Wenn man nicht vermeiden kann, dass es tausend Features gibt, dann muss man konsequent den Vollzugriff auf jedes Feature erlauben. Sonst überfordert man sowohl die Einsteiger als auch die Profis.

Alle Bilder gibt es unter:
http://clavia.se/products/nordstage/pictures.htm

Auf zum Befreiungskampf!

am 20. März 2006 über Musik

Für das Projekt “Befreit die Noten” habe ich von vielen Seiten Zuspruch erhalten. Um Kinderkrankheiten zu vermeiden, habe ich ein Forum eingerichtet, indem wir über die grundlegenden(!) Probleme diskutieren können. Was ich nicht will ist das Totdiskutieren der Sache. Sobald etwas Praktikables bei der Diskussion erarbeitet ist, soll es auch umgesetzt werden. Jeder kann sich anschließen unter

http://freemusic.d135-1r43.de

Eine Einführung, was die ganze Sache eigentlich soll gibt es im Blogeintrag “Befreit die Noten”.

Ich habe bewusst ein einfaches Webforum gewählt, damit der Zugriff möglichst einfach ist. Mailingliste oder Newsgroup ist zwar cooler, aber nicht so benutzerfreundlich wie das gewählte MiniBB.

Befreit die Noten!

am 16. März 2006 über Musik

NotenSchon mal Noten eingekauft? Jedes Mal wenn ich Noten kaufe bin ich um minimal 30 Euro ärmer. Und maximal um 10 Minuten brauchbares Material reicher. Das im Handel erhältliche Material wird mit einer rigorosen Abzock-Mentalität der Verlage feil geboten. Ganz schlimm treibt es Edition Peters. Das Bach-Gesamtwerk für Orgel hat mich rund 300 Euro gekostet. Das Papier ist inzwischen vergilbt, die schlecht gebundenen Bände verlieren nach und nach alle Blätter und das Druckbild wurde wohl vor mehr als 70 Jahren per Hand gesetzt. Andere Verlage haben zwar einen modernen Satz, dafür sind sie nicht quellentreu und haben schlechte Blätterstellen. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie verlangen Geld für freie Information!

Die Rechtslage

Kreative Arbeit ist durch das Urheberrecht geschützt. Dies gilt aber nur 70 Jahre nachdem der Komponist gestorben ist. Das heißt: Wenn man Noten von Johann Sebastian Bach kauft, dann hat der Verlag absolut keine Rechte an der Musik. Kopieren darf man sie aber trotzdem nicht. Weil nämlich auch die Darstellung und die Edition geschützt ist. Ebenfalls für 70 Jahre. Unter Darstellung versteht man das Druckbild der Noten, Edition meint Bearbeitungen von mehr oder minder schlauen Menschen wie Fingersatz, Tempoangaben und Notizen. Darum bemühen sich die alten Verlage auch immer, nach 70 Jahren möglichst unauffällig das Material verschwinden zu lassen und neu zu setzen.

Auf zur Befreiung!

Kein Mensch kann also etwas dagegen tun, wenn man 70 Jahre alte Noten verbreitet. Heute macht man das natürlich effektiv mit PDF-Dateien statt tausende Papierkopien zu ziehen. Gute Anfänge gibt es schon. Allerdings nicht unter der GFDL oder einer vergleichbaren Lizenz. Seiten wie rowy.net oder cpdl.org haben schon gute Arbeit geleistet. Es gibt aber noch keines auf Vollständigkeit und freie Lizenz ausgelegtes Projekt. Darum will ich eines gründen! Ich bin in der Lage, die nötige Software und den Webspeicher bereitzustellen. Ich habe aber keine Ahnung vom Urheberrecht. Daher wäre noch jemand nötig, der sich mit dem juristischen Kram auskennt. Außerdem ist jeder Musiker, der schon mal Noten gesetzt hat wichtig. Denn schließlich muss auch der Inhalt irgendwoher kommen.

Auf diese Idee sind schon aber schon viele gekommen. Zum Beispiel die Firma CD Sheet Musik. Die verkaufen für teuer Geld CDs mit je rund 3000 Partituren im PDF-Format. Damit sind die Noten wieder nicht frei, denn zum einen werden CDs (=Darstellung) verkauft und nicht Musik an sich. Eigentlich müsste es nach dem Corel-Urteil möglich sein, auf deren Ressourcen zuzugreifen. Wenn nicht, dann könnte man wenigstens die zu Grunde liegenden Ausgaben neu scannen.

Wer bereit ist, sich der Sache anzuschließen kann mir eine eMail an blog(ätt)d135-1r43(dot)de schicken oder einen Kommentar schreiben. Befreit die Musik!

Noch besser als ABBA

am 9. März 2006 über Musik

The ArockalypseEigentlich ist der Euovision Song Contest eines der schlimmsten Ereignisse des TV-Jahres. Viele Fans nehmen dieses kindisch nationale Rumalbern auch noch erst. Dass es aber auch anders geht, haben zumindest für Deutschland schon Stefan Raab und Gildo Horn bewiesen.
Für Finnland steht jetzt was ähnliches an. Heute Abend kämpfen die Hardrocker von LORDI um das Ticket zum Wettbewerb. Lordi ist so ziemlich die originellste Band, die man im Metal-Bereich finden kann. Irgendwo zwischen Glamrock und Horror-Trash-Ästhetik bietet die Band ein Konzept, das sowohl musikalisch als auch vor allem optisch überzeugt. Die Musiker treten in filmreifen Monsterkostümen auf und bieten eine extrem unterhaltsame Bühnenshow. Zudem kann der Song “Hardrock Halleluja” durchaus an die großen Düsterrock-Erfolge der 70er und 80er von Kiss, Alice Cooper und Co. anknüpfen. Nur einen Fehler darf man nicht machen: Das Ganze erst nehmen.
Bewegte Bilder von Lordi gibt es auch. Leider aber nicht den Live-Auftritt beim Semifinale von Finnland. Dafür aber das Video zum Eurovisons-Kanditaten-Song “Hardrock Halleluja”.
[vid]Lordi - “Hard Rock Hallelujah” [REAL MEDIA]
[vid] Lordi - “Hard Rock Hallelujah” [WMV ohne DRM]

NACHTRAG:
Es gibt wohl doch einen Mitschnitt vom Live-Auftritt bei YouTube:
[vid]Lordi - “Hard Rock Hallelujah” LIVE

NACHTRAG 2:
Das Unglaubliche hat geklappt! Lordi hat gegen 11 Schlager-Schnulzen-Bands gewonnen und spielt in Athen!

UKA-Babel für Wikipedia

am 4. März 2006 über Internet

Babel-Vorlage Universität KarlsruheAls vor geraumer Zeit in der deutschen Wikipedia das Projekt Babel geboren wurde, konnte niemand ahnen welche Ausmaße diese eigentlich ganz seriöse Sache haben wird. Babel dient dazu, die Wikipedia-Benutzer in “Kategorien” nach ihren Fremd- und Muttersprachen einzuordnen. So fällt etwa die Übersetzungsarbeit leichter, weil man schnell die passenden Leute findet. Neben den Bausteinen für Sprachen kann man aber alles mögliche einbauen. Die Auswahl an inoffiziellen Bausteinen auf den Benutzerseiten nimmt immer größere und verrücktere Ausmaße an.
Einen mehr oder minder sinnvollen Baustein gibt es jetzt auch auf meiner Benutzerseite: “Dieser Benutzer studiert an der Universität Karlsruhe (TH)”. Meine Heimatuni hat nämlich noch gefehlt! Wer diesen Baustein in sein Profil einbinden will, kann das mit:
:D135-1r43/Vorlagen/UniKarlsruhe
innerhalb seines Babel-Syntaxgerüstes tun. Über die entsprechende Linkseite wird dann jeder Benutzer mit diesem Baustein im Profil aufgelistet.


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M. Herhoffer