Lordi for Europe
Eigentlich ist das Euro- und Ethno-Pop-Gesülze des Grand Prix eine Zumutung für alle Musikliebhaber ohne Geschmacksverirrung. Doch diesmal hat Lordi gewonnen - vollkommen zu Recht. Die Hardrocker haben die Oberflächlichkeit dieser Veranstaltung vorgeführt und mit ihrem Auftreten die Anarchie gebracht, die dieser lächerlich hölzerne Wettbewerb dringend nötig hat. Lordi sind Außenseiter, die es geschafft haben - ganz ohne attraktive Sängerin und aalglatter Mainstream-Komposition. Auch die heutige taz hat das erkannt.
Wirklich beschissen ist aber, dass die “Bild” entgegen allen Bemühungen von Lordi heute Real-Fotos der Musiker ohne Maske veröffentlicht. Das hat keiner der Betroffenen erlaubt und das entmystifiziert das gesamte Image der Band. Hat da Bild etwa vergessen, dass für die gleiche Aktion mit der Band “KISS” eine andere Zeitung einst Millionen bezahlen musste?
Ein Grund warum Lordi gewinnen konnte liegt sicher auch an einer theoretischen Problemstellung, die hauptsächlich bei politischen Wahlen auftritt. Wenn es eine extreme Partei gibt und etwa 6 gemäßigte Parteien, dann wird die extreme Partei immer besser dastehen als die anderen. Denn die wenigen “Extremisten” im Wahlvolk werden alle die eine extreme Partei wählen, die gemäßigten Wähler verteilen sich aber auf alle anderen. So bekommt die eine extreme Partei die relative Mehrheit.




