Gestern war ich auf dem Gaffenberg Festival. Wie jedes Jahr herrschte eine recht lässige entspannte Stimmung und das Lining war extrem vielfältig. Besonders aufgefallen sind mir die aberhundert Digicams und Handys, mit denen ein Foto nach dem anderen geschossen wurde. Meine direkte Aufforderung an all diese Fotografen: Gebt die Bilder frei! Stellt sie unter eine freie Lizenz und bastelt die Fotos am Besten in ein gut funktionierendes Fotosystem wie flickr.com ein. Freie Fotos von Musikern sind extrem rar - die Firmen treiben einen riesigen Aufwand, um aus jedem Pixel Kapital zu schlagen. Wenn schon (rechtmäßiger Weise) alle Tonaufnahmen generell verboten sind - das Copyright für Konzertfotos liegt beim Fotograf, sofern Hinweisschilder nichts Gegenteiliges verlauten. Projekte wie Wikipedia, unkommerzielle Magazine und Webzines, aber auch Fanseiten und Devotionalia wie Wallpaper und Handybilder leben vom Bildmaterial halbwegs berühmter Leuten. Wenn jeder nur seine 10 besten Konzertfotos der Öffentlichkeit schenkt wären viele Probleme gelöst.
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Schlechte Musik - aber trotzdem kaufen, damit ich Provision bekomme
Was ich von der Band Revolverheld halten soll, weiß ich nicht. Sie waren sowas wie der “Headliner” am gestrigen Freitag. Die Band hat in gerade mal eineinhalb Stunden ihre 10 besten Songs alle ihre Songs gespielt. Die scheinen damit Erfolg zu haben, das Tokio-Hotel-Prinzip auf etwas anspruchsvollere und ältere Fans auszuweiten, trotzdem bleibt die Musik extrem kommerziell und weichgespült. Kein Gitarrensolo, kein Abweichen vom “Vers - Refrain - Vers - Refrain - Refrain”-System. Wirklich gut war nur der Techniker beim Soundcheck. Der hat auf allen Instrumenten, von Gitarre bis Cajon ein technisch einwandfreies Solo hingelegt.
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Dimmu Borgir - Modische Trendsetter bei minderjährigen Mädchen
Nahezu schockiert hat mich das Selbstverständnis der Fangemeinde von Revolverheld. Diese meist weiblichen Leute gehen tatsächlich davon aus, dass sie als Revolverheld-Fan teil einer “harten” Rockszene sind. Was bitte soll die Pommesgabel bei Softrock? Warum tragen minderjährige Mädchen Nietenbänder und Ketten, noch schlimmer als die schlimmsten Black-Metal-Bands? Rock heißt für mich, dass die Instrumente und Gesang gleichberechtigt sind, dass ein gewisser Protest ausgedrückt wird, dass eine anti-bürgerliche Grundstimmung provoziert wird, dass die Songs zu Gunsten des künstlerischen Ausdrucks komplex und durchdacht sind und vor allem dass ein Personenkult zu Gunsten der Musik vermieden wird. Das alles war bei Revolverheld nicht der Fall.