Normale Musik
Melodie/Harmonik, Rhythmus und Dynamik sind nach Lehrbuch die Bestandteile von Musik. Die Musikindustrie hat aber irgendwie den letzten Punkt vergessen. Als Dynamik bezeichnet man die zeitliche Veränderung der Tonstärke. Und eigentlich ist dieser Punkt genauso wichtig wie alles andere auch. Die Toningenieure für populäre Musik haben das aber schon seit den 80ern irgendwie verlernt. Während man bei einer LP wegen des geringen Rauschabstandes lautstärkemäßig durchaus einheizen musste, ist das bei der Audio-CD mit einem Dynamikumfang von 96dB eigentlich nicht mehr nötig. Und trotzdem liegen die Pegel von nahezu jedem Album ständig in den oberen 10%.

- Pegel in den oberen 10 Prozent
Das rief dann die Ober-Wichtig-Menschen von der EU auf den Plan, die eine Richtlinie erließen um die Maximallautstärke von MP3-Playern zu beschränken. Das wurde inzwischen selbst bei alten Geräten durch Firmware”upgrades” rigoros durchgesetzt. Was, wenn man aber richtige Musik hören möchte? Klassik zum Beispiel. Bei Beethovenes Neunter ist der Solo-Bass eben deutlich leiser als der 300-Mann-Chor. Selbiges gilt auch für Rock. “Child in Time” hatte selbst beim LP-Mix eine unglaublich impulsive Lautstärkeentwicklung. Solche Tracks sind mit der Lautstärkendeckelung des MP3-Players einfach zu leise.
Ein Versuch zur Verbesserung dieses Zustandes ist das Normalisieren. Dabei werden zumindest die Pegel innerhalb eines Tracks angepasst. Das Tool normalize kann da ziemlich viel schrauben - mit manueller Konfiguration kann sogar der Treshold gesetzt werden. Für zu leise Tracks in der MP3-Sammlung lohnt sich das Tool allemal. Und für eine Mix-CD, bei der alle Tracks gefälligst gleich laut sein sollen ist es unabdingbar. Die Funktionen sind gut dokumentiert und Pakete gibt es auch für fast jede Distro. Wer die Konsole nicht mag kann sich normalize auch als XMMS-Plugin installieren.

- Ein Kompressor verstärkt das Signal nicht linear
Auch wenn normalize nicht nach dem höchsten Pegel sondern nach dem Durchschnittswert normalisiert (also nach der Standardabweichung) - innerhalb eines Tracks bleiben die Pegel immer in der richtigen Relation. Daran was ändern kann nur ein Kompressor. Der bildet die Ausgabe dynamisch ab - je nach Eingabepegel. Zuerst werden die lauten Pegel abgedämpft, dann wird das ganze Signal verstärkt. Der ursprüngliche Sinn des Ganzen ist eigentlich ein spezielles Instrument beim Solo dominanter zu machen. Bei ganz hartnäckigen Pegel-Problemen in der MP3-Sammlung tut aber auch ein Kompressor gute Dienste. Audacity kann etwa über LADSPA einen Kompressor anwenden. Ein (oder auch zwei) Kompressoren sollten in jedem LADSPA-Paket der Distrubution mit drin sein.

