„So nicht!“

Ich durfte heute erleben, wie eine ältere Dame mit einer gewissen Unsicherheit, aber dennoch in stoischer Gelassenheit gleich mehrere Münzen in einen Fahrkartenautomaten warf. Leider aber nicht in den Münzschlitz, sondern in jenen für die „Geldkarte“. Als ich die Dame freundlich über die von ihr eben getätigte Dummheit in Kenntnis setzte, war es für einen beträchtlichen Teil ihres Geldes bereits zu spät. Nur noch ein paar Zehncent-Stücke ließen sich mit dem fachmännischen Einsatz eines allzeit bereiten Schweizer Messers retten, der Rest war hoffnungslos im Nirvana des Automaten verschwunden beziehungsweise verklemmt. Energische Versuche der älteren Dame, den Automaten durch Druck der Taste „C“ zum Wiederausgeben des Geldes zu bewegen blieben erwartungsgemäß erfolglos. Nur durch intensive psychologische Betreuung einer weiteren Dame, die herbeigeeilt war, konnte die um ihr Geld betrogene Dame besänftigt werden.

Was lernen wir daraus:

  1. Man sollte unwichtige Dinge wie einen Schlitz für die „Geldkarte“ nicht feuerrot und unbeschriftet in das optische Zentrum des Bedienfeldes rücken.
  2. Man sollte wichtige Dinge wie den Schlitz für herkömmliches Geld nicht dezent, schwarz und unauffällig am oberen Rand des Automaten platzieren.
  3. Man sollte im wahrsten Sinne des Wortes einen „Fallback“ einbauen, der versehentlich in irgendwelche Öffnungen gesteckte Gegenstände durchfallen lässt und im Wechselgeldbehälter wieder zu Tage fördert.
  4. Man sollte immer vom „Worst Case“ ausgehen.

Wenigstens hat jetzt ein Techniker wieder was tun, indem er den Kartenschlitz von verkanteten Münzen befreien darf und der Schwarzfahrer hat eine Ausrede, dass er an einem defekten Automaten mit seiner „Geldkarte“ kein Ticket beziehen konnte.

Eine Antwort auf “„So nicht!“”

  1. Thomas meint:

    Ich find’s toll, auf was für Ideen so ältere Damen kommen.

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M. Herhoffer