Neues aus dem MySpace-Underground
Als Hörer von alternativer Alterternativ-Musik wie den diversen Spielarten des Metal ist es ein notwendiges Übel, die Spreu vom Weizen zu trennen, um CD-Fehlkäufe zu minimieren. Neben den meist nur spärlich vorhandenen Klangproben im Netz und etwaiger Mund-zu-Mund-Propaganda ist vor allem das Internet und die Fachpresse mit ihren Reviews und Beschreibungen die primäre Quelle zur A-Priori-Evaluation einer CD. Das dort vorhandene Verständnis von „Underground“ macht es allerdings mitunter sehr schwierig, die Semantik jener Texte in die Wirklichkeit abzubilden. Eine sehr kuriose, nahezu geheimnisvolle Sprache hat sich da entwickelt. Hier eine kurze Auflistung der wichtigsten Chiffren und Bezeichnungen:
Undergound: „MySpace“
erfolgreich im Underground: mehr als 3 Freunde bei „MySpace“
Underground-Club: Jugendhaus
Underground-Tournee: mehrere Jugendhäuser
atmosphärisch: Keyboardgekleister
episch: noch mehr Keyboardgekleister
progressiv: Band hat keine Ahnung von Harmonielehre
experimentell: Band hat keine Ahung von Harmonielehre und Spieltechnik
Jazz-Einflüsse: Einflüsse aus einem Genre, das nicht Metal ist
rauer Sound: kein Mastering
roher Sound: kein Mastering und kein Pre-Mastering
Studio: PC mit „Cubase“
Underground-Studio: alter PC mit Raubkopie von „Cubase“
limitierte Auflage: kein Geld für Vorfinanzierung vorhanden
streng limitierte Auflage: On-Demand auf CD-R
Album: Demo
Demo: Müll
besser als „Horde“: schlechter als „Horde“


11. Januar 2007 um 23:45
geil!
16. Januar 2007 um 20:21
Zu geil