MP3 vs. OGG
Wenn heute eine Band Beispiel-Dateien ihrer Lieder ins Internet stellt, fällt die Wahl des passenden Formats nicht schwer: MP3 ist als Quasi-Standard die erste Wahl (von der Krankheit des proprietären „MySpace-Spielers“ über „Adobe Flash“ mal ganz abgesehen). Mit Crimson Moonlight fand ich zum ersten Mal eine Band, die das Wagnis eingeht, potentielle Käufer ihrer CDs mit dem OGG/Vorbis-Format zu verwirren. Zugegeben - dieses Statement gegen Kommerz und den „Mainstream“ wird in der relevanten Szene besser ankommen als jede noch so gute MP3-Datei. Trotzdem sollten man sich aber ein Exempel daran nehmen!
OGG/Vorbis ist ein quelloffener, patentfreier, kostenloser Audio-Codec, der angesichts seines jungen Alters - ganze 6 Jahre älter als das Fraunhofersche MP3 - auch noch deutlich besser ist als seine patentierten Kollegen. Zum einen schleppt er keinen DRM-Rucksack mit wie WMA und Apple iTunes, zum anderen ist schlichtweg der Algorithmus besser. Nicht nur subjektiv hörbar, sondern auch mathematisch beweisbar oder zumindest messbar. Es ist nahezu unmöglich, akustische Artefakte in einem 128kbps Vorbis-Klang zu erkennen. Bei MP3 ohne VBR dürfte das selbst einem Laien gelingen. Zudem gibt es bei MP3 immer wieder Lizenzansprüche seitens seiner Erfinder. Ob zu Recht oder nicht sei dahingestellt - es nervt einfach, für den kommerziellen Einsatz von MP3-Encodern bezahlen zu müssen. Nur mit juristischen Tricks konnte der freie Encoder LAME noch nicht juristisch angegriffen werden.
Nur durchgesetzt hat er sich nicht. Wahrscheinlich hat die Musik-Lobby was dagegen. Oder die großen Software-Hersteller. Am Benutzer wird es nicht liegen. So schnell sich der Pöbel an WMV und rm gewöhnt hat, würde er auch Vorbis akzeptieren können.
Darum mein bescheidener Aufruf: Vergesst MP3 und wechselt zu Vorbis. Mit Rockbox kann man sogar seinen Hardware-MP3-Spieler entgegen aller Marktmacht seines Herstellers mit Vorbis nachrüsten.


30. Januar 2007 um 2:17
Das beste verlustreiche Format für High-Qualiy Kompression ist immer noch Musepack (MPC). Die Qualität übertrifft natürlich quasi immer MP3 und ist bei höhere Kompressionsraten (ab etwa 160 KBit/s) auch Ogg überlegen. Aber optimal ist natürlich ein verlustfreie Kompression, wie z.B. mit WavPack, Flack oder Monkeys Audio!
30. Januar 2007 um 16:01
Da gebe ich dir uneingeschränkt recht. Das Problem bei Musepack ist aber die Inflexibilität. Man kann es leider nicht streamen und mehr als 48 kHz kann es leider auch (noch) nicht. Zudem braucht es beim Decodieren viel Speicher. WavPack und Flac sind beide gut - und beide sind frei. Ich hatte für kurze Zeit mal Flac auf meinem iRiver H320 im Einsatz, das hat aber aufs Übelste Strom verbraucht. Der Festplattenzugriff und der -durchsatz ist einfach zu hoch, auch wenn die eigentliche Rechenarbeit dank asymetrischer Kodierung recht gering ausfällt. 7 Stunden gegen 2 Stunden Akkulaufzeit ist ein recht starkes Argument für Vorbis und MP3.
5. Januar 2008 um 17:30
da ich auch rockbox in betrieb habe habe ich mir schon mehrmals überlegt meine musiksammlung in ogg zu konvertieren. bisher war die hemmschwelle immer die weitergabe der musik, da dann die empfänger betreffende dateien nicht öffnen können.
wenn man jedoch konsequent musik nur im ogg format weitergeben würde, könnte es vielleicht auch höhere bekanntheit und beliebtheit erlangen… (ich denke da nur an einen kollegen der dachte ogg sei ein grottenschlechtes mobiltelefon-musikformat…)
auch gibt es genügend kompatible musikplayer unter windows und linux (winamp, amarok, etc), daran kann es auch nicht mangeln.
deshalb unterstütze ich diese idee von d135-1r43, irgendwann wird auch das mp3 format durch lizenzabgaben und weiteren kommerziellen verwendungen zugedeckt werden…
gruss
hellig usvart aus der unblack taverne