Archiv für Februar 2007

Programming your Yamaha Synth with Linux and Wine

am 28. Februar 2007 über Linux, Linux-Audio, Musik

Yamaha offers a wide variety of different products for musicians. And the most tricky part in programming them is to handle the menus, the sub-menus and the sub-sub-menus which are accessible through different modes, sub-modes and sub-sub-modes. To make the programming even more interesting for the musician, the only output that the machine gives is found on a minimal, 3×6 cm monochrome display. (Maybe you know now, why I spent 3000€ on my Clavia „Nord Stage“.)

But Yamaha knows about the problems of their costumers(?), so they offer proprietary software to program their products on a PC trough a highly developed GUI with multiple colors and readable text! This works surprisingly well - but only on Windows and Mac OS. Although the hardware is completely compatible with the “snd-usb-audio” kernel module, they did not take the effort to port their software to Linux.

I’ve figured out how to run a Yamaha Motif Rack on Linux using the built-in MIDI-to-USB device and the proprietary “Studio Manager 2.x” and the corresponding plugin for the Motif. Plugins for all digital Yamaha products and the “Studio Manager” itself can be found on Yamahasynth.com.

The first step is the setup of the hardware. Configure the synth to use MIDI-to-USB instead of the DIN connectors. Then connect the synth via USB to your PC. Make shure that the kernel module “snd-usb-audio” is loaded (take a look at lsmod) or compiled into the kernel.

Now the synth should be recognized by the system. Of course, bus and device may vary:

# lsusb | grep Yamaha
Bus 002 Device 002: ID 0499:1015 Yamaha Corp.

Now make sure that ALSA finds the MIDI ports. The port numbers may vary depending on your other MIDI devices. The port name depends on your synth:

#aplaymidi -l
Port Client name Port name
72:0 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 1
72:1 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 2
72:2 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 3
72:3 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 4
72:4 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 5
72:5 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 6
72:6 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 7
72:7 MOTIF-R MOTIF-R MIDI 8

Perfect! All MIDI ports are available without configuration.

Now the tricky part: The setup.exe both of the “Studio Manager” and the plugin for the synth will fail due to some “fixme”-bugs in Wine. The bugs are related to some MSI issues and are currently unresolved. You have to install both setup.exe on a Windows machine. Then copy the whole folder “C:\Program Files\YAMAHA” from the Windows system to “~/.wine/drive_c/Program Files/” on your Linux system. This should copy both the “Studio Manager” and the plugins. Copy the following DLLs from “C:\Windows\system32″ on Windows to “~/.wine/drive_c/Program Files/YAMAHA/Studio Manager”:

  • SM2DLL.dll
  • msvcp60.dll
  • smh-qt-mt333.dll
  • smh-qtoptserver.dll
  • smlogcfg.dll

Now there is one big problem: The plugin is registered to the “Studio Manager” through the installation process. So all entries in the registry are not set in Wine. So run “regedit” on Windows and export every registry node that carries a value with the path to your plugin. They can be found with the search string “YAMAHA\Studio Manager\$your_plugin_name”. There are about 7 entries just in [HKEY_CLASSES_ROOT\CLSID\] - you have to export each individal node. Don’t forget the node [HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Yamaha\].

Copy all exported nodes on Linux. Open each of them in notepad and save it once again (just type notepad in a shell). This is a workaround for a bug in Wine’s version of “regedit”. Now import all exported patches to the registry on the Linux machine. Regedit is also available on Wine.

After that, the “Studio Manager” will run and it will find your plugin. Now enjoy making music!

Studio Manager on Linux

Mal ein paar Zeilen vergessen

am 18. Februar 2007 über Freiheit, Glaube

Zensur (censura) ist ein Verfahren eines Staates bzw. einer einflussreichen Organisation oder eines Vertreters davon, um durch Medien vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte Aussagen zu unterdrücken bzw. dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Aussagen in Umlauf kommen.

Wikipedia

In einem evangelischen Gottesdienst werden nach dem ersten gesungen Lied die sg. Psalter gebetet. Meist responsorial, manchmal auch antiphon. Da nicht unbedingt alle immer eine Bibel dabei haben, zudem noch in der selben Übersetzung, werden die Psalmgebete im „Evangelischen Gesangbuch Württemberg“ (EG, Ausg. 1996) aufgeführt. Heute ist der Sonntag „Estomihi“. Der heißt so, weil man eigentlich an diesem Sonntag den Psalm 31 spricht, in dem im lateinischen Text der Vulgata irgendwann die Phrase „esto mihi“ auftaucht. Da sich aber keiner an solche Regeln hält, sprach man heute auch vielerorts den Psalm 92.

Eine kleine Fußnote am Ende des Textes verrät, dass es wohl mehr als kleine Änderungen im Text gegeben hat. Es fehlen offensichtlich einige Verse im Gegensatz zum biblischen Urtext. Was wurde da wohl entfernt? Stilistisch unpassende Passagen? Belanglose Prosa?

Ein Psalmlied auf den Sabbattag.
Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster,
des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen,
auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.
Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschäfte deiner Hände.
HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief.
Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.
Die Gottlosen grünen wie das Gras, und die Übeltäter blühen alle, bis sie vertilget werden immer und ewiglich.
Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich.
Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen; und alle Übeltäter müssen zerstreuet werden.
Aber mein Horn wird erhöhet werden wie eines Einhorns, und werde gesalbet mit frischem Öle.
Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden; und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaftigen, die sich wider mich setzen.
Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf Libanon.
Die gepflanzt sind in dem Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsers Gottes grünen.
Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, daß sie verkündigen, daß der HERR so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.Psalm 92 [Luth1545]

Zufall? Von Psalm 143 stehen im EG nur die Verse 1-10. Und was kommt danach?

[...] und verstöre meine Feinde um deiner Güte willen und bringe um alle, die meine Seele ängsten; denn ich bin dein Knecht.Psalm 143:12 [Luth1545]

Psalm 139 spart im Evangelischen Gesangbuch genau 4 Verse aus.

Ach, Gott, daß du tötetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mir weichen müßten!
Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.
Ich hasse ja, HERR, die dich hassen, und verdreußt mich auf sie, daß sie sich wider dich setzen.
Ich hasse sie in rechtem Ernst; darum sind sie mir feind.Psalm 139:19-22 [Luth1545]

Über das immer noch böse DRM

am 11. Februar 2007 über Freiheit, Internet, Kritik, Musik, Politik

Steve Jobs hat in seinem Blog auf der Nachrichtenseite von „Apple“ einen Beitrag über den Unsinn des DRM verfasst. Die grobe Zusammenfassung: Jegliches DRM sei für den Benutzer schlecht. Es schränke seine Rechte ein und sorge für Inkompatibilität zwischen den Produkten aller großen Hersteller. Apple, Microsoft und Sony bastelten jeweils an eigenen unterschiedlichen Lösungen, die letzten Endes in wechselseitige Inkompatibilität münden würden. Man könnte mit erheblichem Aufwand das proprietäre „FairPlay“-System von Apple irgendwie für andere Firmen lizenzieren. Die beste Lösung wäre aber, auf jegliches DRM zu verzichten, so wie es in den Millionen von Audio-CDs schon der Fall sei.

Die Antwort der RIAA kam prompt: „We have no doubt that a technology company as sophisticated and smart as Apple could work with the music community to make that happen.“ Gemeint ist die Lizenzierung von „FairPlay“ für andere Hersteller. Letzten Endes also ein klares Statement, dass DRM und digitale Lizenzierung keinesfalls abgebaut sondern erweitert werden müsse. Apples Kritik am DRM wurde also mit entschiedener Diplomatie zurückgewiesen.

Die Marktmacht der großen Plattenlabel ist also ungebrochen. Sie alleine haben das Recht, über „ihre“ Musik zu bestimmen. Doch wer gibt ihnen diese Rechte? Letzten Endes sind es die Musiker und die Käufer. Der Musiker verkauft alle Rechte an seiner Musik an eine Firma, um dann mit Beträgen im Cent-Bereich entlohnt zu werden. Damit ist der Abzocke Tür und Tor geöffnet. Das Plattenlabel kann tun und lassen was es will, der Käufer muss den geforderten Kaufpreis löhnen und das digitale DRM akzeptieren. Doch während im Direktverkauf noch ein gewisser Wettbewerb herrscht, wird zumindest in Deutschland der Markt für Musiklizenzen mit Mitteln, die enge Parallelen zum GEZ-Faschismus zeigen, von einer einzigen kommerziellen Organisation namens GEMA betrieben. Die Summen, die die GEMA selbst für kleine nicht-kommerzielle Veranstaltungen verlangt, sind exorbitant. Bei der letzten Großveranstaltung, deren Kassenbericht ich einsehen durfte, überstieg die Gebühr für Coverbands und Konservenmusik den Preis für fünf professionelle Security-Mitarbeiter. Und was bekommt letzten Endes der Künstler? Wieder nur den altbekannten Cent-Betrag, der sich natürlich auch gleich an den Verkaufszahlen seiner Platten orientiert. Im Klartext: Wenn eine Punk-Band ein Ärtze-Cover spielt, kassiert Dieter Bohlen.

Auf der kreativen Basis aus Künstlern, Komponisten und Textern fußt eine undurchschaubare, komplexe und hochgradig kommerzielle Maschinerie, die es rigoros auszumerzen gilt. Das erfordert eine direkte Zusammenarbeit von Künstlern und Käufern. Künstler dürfen keine Exklusiv-Verträge mehr eingehen und die Käufer müssen ihr Konsumverhalten verändern. Das heißt, dass die CDs nicht länger von Amazon und WOM kommen, sondern direkt vom Künstler oder von unabhängigen Distributionen. Wer digitale Musik möchte, sollte sie direkt auf der Webseite des Künstlers kaufen. Oder bei fairen digitalen Plattenlabeln wie Magnatune.com. Dort gibt es kein DRM, sondern sogar eine sehr freigiebige Creative Commons Lizenz.

Der erste Schritt in diese Utopie ist der konsequente Boykott kommerzieller Musik. Was mit teurer Werbung und kommerziellen Aktionen beworben wird, sollte für den Käufer tabu sein. Für jede kommerzielle Band gibt es garantiert ein musikalisch ähnliches Projekt, welches selbst dem Mainstream-Hörer besser gefallen wird. Man muss sich nur die Mühe machen, es zu finden.


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M. Herhoffer