Arrrrrrrrrgh!
Als ich noch Zeit hatte, richtig aktiv in einer Band zu spielen huschte ich einst mal das Hauptthema von „Fluch der Karibik“ über meine Keyboardtasten. Der Gitarrist, seines Zeichens eher dem Black-Metal zugewandt, schrammelte einen passenden Rhythmus über die Saiten—und die Sache klang gar nicht mal so schlecht. Unser dann ersonnener Plan: Mit Piraten-Metal die Hitparade erobern!
Nahezu jeder präpubertäre Bereich archaisch-maskuliner Spielfelder wird bereits von gleich mehreren Metalbands, ab und an gar mit passendem Genre, abgedeckt: Im Power Metal rennen langhaarige Musiker in Ritterrüstungen auf der Bühne hin und her um in meist kastratengleichen Höhen von verwunschenen Schlössern, legendären Schlachten und abscheulichen Drachen zu singen. Bands wie Rhapsody of Fire, Hammerfall und Manowar treiben mit von Buzzwords überfüllten Songs dieses Genre an: Power, Glory, Mighty Dragons, Warriors und War!
Wer es eher düsterer mag ist beim Vampyric Metal a la Cradle of Filth gut aufgehoben. Ein bisschen mehr Tod, ein klein wenig mehr Morbidität, gespickt mit der Todessehnsucht der späten Romantik, und fertig ist ein musikalischer Kosmos für all jene, denen die Drachen noch zu harmlos und Ritterrüstungen zu schwer sind.
Gern gesehen sind derzeit auch die Wikinger und alten Germanen. Mit Schlachtgeschrei und lustiger Gesichtsbemalung ziehen Turisas in den Kampf, während Equilibrium mettrinkend am Lagerfeuer sitzen und Amon Amarth mit Wikingerschiffen die Fjorde unsicher machen. Was ein Spaß (besonders für Neonazis, die dieses Genre inzwischen munter unterwandern).
An Land spielen derweil die Trolle lustigen Troll Metal, das von Finntroll erfundene Genre welches Akkorden- und Flötenklänge, finnische Polkas und lustige Geschichten von antichristlichen Trollen zu einer folkigen Unterart des Metals kombiniert.
Ach, und den Piratenmetal gibt es jetzt auch.


30. Januar 2008 um 15:03
Ahoi! War nicht Running Wild mal “Piraten - Metal”? Kenn die nur vom Namen :-/ Harr harr harr!
1. Februar 2008 um 0:46
Alestorm sind ex-Battleheart, welche recht untergrund waren, und auch recht geil. Dass mann sie dank dem Namenswechsel auch mal live sehen kann ist cool, was man von der ganzen Vermarktung halten soll… naja…
9. Februar 2008 um 15:43
Ich wußte doch, daß unter den bereits vorhandenen Kommentaren bereits ein Hinweis auf Running Wild stehen würde. Ich dachte, das weiß man, jedenfalls verwundert mich, daß die in Deinem Logeintrag nicht auftauchen. Alestorm hingegen kannte ich vorher nicht, womit ich allerdings nichts verpaßt hatte. Ich nehme an, die Mischung von Geschrammel und Fluch-der-Karibik-Thema habt Ihr nicht aufgenommen? Ich weiß nicht, ob es mir gefallen würde, aber zumindest einmal hören würde ich es theoretisch gerne.