Nordische Cembali

Ich besitze ein Nord Stage 88, das ist ein sehr gutes (und leider teures) E-Piano einer kleinen aber feinen Firma im nordischen Schweden. Das Instrument besitze ich seit mehren Jahren und bin rundum zufrieden — wenn man von lästigen Reparaturen mal absieht. 

Was das Instrument alles kann, hab ich schon einmal beschrieben. Und was vor drei Jahren noch grottenschlecht war: Die Piano-Samples. Doch dort hat sich einiges getan. Erheblich viele neue Funktionen und bessere Samples wurden in den letzten Jahren angeboten. Das Betriebssystem wird ständig weiterentwickelt und verbessert, es kommen neue Samples hinzu. 

Und eines dieser neuen Samplesets ist ein komplettes Französisches Cembalo in allen Registraturen. Und hier zeigt sich auch schon ein großes Manko des Nord Stage: Der Speicher, welcher vor drei Jahren für die (schlechten) Samples noch ausreichend war, wird nun sehr knapp. 107 MB kostet das komplette Cembalo, 128 MB hat das Gerät. Da wird es sehr knapp, zumal man alleine für den überlebenswichtigen Konzertflügel 44 MB berappen muss. Das ist äußerst ärgerlich. Gemerkt hat das nun auch der Hersteller und bietet das Nordstage nun nur noch in einer EX-Edition mit 248 MB Speicher, allerdings zum selben Preis wie das ansonsten (technisch) baugleiche Modell von vor drei Jahren. 

Da es aber keine Hörproben des Cembali gibt, habe ich schnell etwas aufgenommen: Eine der 555 Sonaten von Domenico Scarlatti, Longo 140 bzw. Kirkpatrick 341. Ein Allegro in A-Dur und eine der bekannteren Sonaten. Gespielt wurde auf dem Französischen Sampleset mit Unten 8′ und 4′ sowie Oben 8′ gekoppelt — also das Tutti des Instruments. Stilechter wäre sicher das ebenfalls verfügbare Italienische Cembalo. Das ist aber eher ein Continuo-Instrument und macht lange nicht soviel Bums wie sein solistisches Adäquat aus Frankreich. 

Hier also ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, veröffentlicht unter CC BY-SA-NC, live eingespielt von mir und nicht nachbearbeitet. Zu hören ist nur das Nord Stage samt seinem Hall und eigenen EQ. 

K 341 Allegro (OGG, 3,8 MB)
K 341 Alegro (WAV, 26 MB) 

 

Eine Antwort auf “Nordische Cembali”

  1. KGF meint:

    Gut gespielt, aber der Klang ist doch etwas höhenlastig. Auch der Saitennachhall (bei Gitarren würde man das wohl “Sustain” nennen) lässt etwas zu wünschen übrig. Zum Vergleich habe ich einfach mal eine CD mit Buxtehude-Einspielungen von Glen Wilson herangezogen. Trotzdem, großen Respekt für dieses verspätete Weihnachtsgeschenk!

Hinterlasse eine Antwort


Creative Commons-Lizenzvertrag
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.
M. Herhoffer