Neues Gadget: Led Lenser K3
Wer mich kennt, der weiß dass ich ein großer Freund hochwertiger und funktionaler technischer Begleiterchen bin. Seit Neuestem gesellt sich zu meinem Leatherman Sekeletool nun auch eine Led Lenser K3. Brauchen tue ich Taschenlampen ständig, vor allem bei Jobs als Stagehand, bei Auftritten mit meinen Bands oder wenn ich Konzerte organisiere. Überall gibt es dunkle Ecken, düstere Rack-Hinterteile oder gemeine Stolperfallen im Backstage, die man unkompliziert und zuverlässig ausleuchten muss. Bisher hat das meine Maglite LED AA eigentlich ganz gut gemacht. Der Hersteller der Led-Lenser, die Firma Zweibrüder, meint aber, dass ihre Produkte das besser können.
Soso. Schaun wir mal…
Maglite LED AA und Led Lenser K3 im Vergleich
Size matters: Die Maglite ist mehr als doppelt so lang wie die kleine K3. Damit bedient die Maglite zwar jegliche archaische Phallus-Assoziation, ist aber auch deutlich schwerer und passt weder an Schlüsslbund noch in eine Hosentasche. Die K3 kann beides: Ein Schlüsselringchen ist gleich dran und in der Hosentasche geht sie beinnahe verloren.
Die K3 saugt Energie aus vier kleinen Knopfzellen, die Maglite hat zwei Akkus vom Typ AA. Und dennoch soll die kleine K3 laut Datenblatt eine Leuchtdauer von 50 Stunden haben. Das ist recht viel und im Gegensatz zu den üblichen Birnen-Lampen eine Größenordnung länger.
Hier mal ein Bildchen (natürlich mit meinem neuen iPhone aufgenommen). Oben die Maglite, unten die Led Lenser:

Spaß macht auch immer, irgendwas auseinanderzubasteln. Das geht bei beiden Lampen super, was schon mal ein Vorteil ist, wenn man irgendein Ersatzteil braucht. Auffällig ist, dass beide Lampen sehr hochwertig verarbeitet sind. Da wackelt nichts, da rutscht nichts und was verschraubt ist bleibt verschraubt. Die Gewinde der K3 sind allgemein schwergängiger und stabiler. Die K3 hat nur vergoldete Kontakte, bei der Maglite sind zumindest die sichtbaren Kontakte allesamt aus Kupfer. Die Maglite klackert beim Schütteln ein wenig, bei der K3 hört man nix.
Hier mal der Striptease beider Taschenlampen:

Die Bedienung unterscheidet sich sehr. Die Maglite muss man vorne drehen um sie anzuschalten. Dreht man weiter, ändert man den Fokus. Das ist zwar recht intuitiv, einhändig geht das aber nicht. Die Led Lenser hat hinten einen Druckschalter. Fokusiert wird am Kopf nicht durch drehen, sondern durch verschieben. Das geht einhändig und wäre recht praktisch, wenn die K3 nicht viel zu klein und fummelig wäre, um gut in der Hand zu liegen.
Der Fokusierung der Maglite bekommt recht einfach große Lichtkegel hin, kann aber auch einen engen Fokus erreichen. Aber: Alles ist recht diffus. Das kann sinnvoll sein oder auch nicht. Bei ein bisschen Arbeitslicht stört es wenig, beim Ausleuchten von Treppen, dem Wanderweg oder einem fummeligen Drehregler am stockdunklen Mischpult aber schon. Ein Vorteil der Maglite: Schraubt man den Kopf ab, hat man eine LED-Kerze, die extrem diffus leuchtet. Steckt man sich dann das Ding an den Gürtel, hat man eine dezente Dauerbeleuchtung und beide Hände frei.
Die K3 erreicht mit ihrem “Speed Focus”-Schiebesystem einen scharfen, sehr deutlichen Kegel. Diffus ist da gar nichts. Das macht zwar ordentlich Eindruck und schaut super aus, man braucht es aber nur wenn es so dunkel ist, dass jedes Photon zum Ausleuchten dringend benötigt wird. Aber auch im diffusen Fokus verliert die K3 kaum Licht in Richtungen, die man nicht will.
Das sorgt dann auch dafür, dass im subjektiven Vergleich die K3 deutlich(!) heller strahlt als die Maglite. Ich habe keine Messgeräte, um das zu belegen. Mein Verdacht: Die Maglite streut zu stark, viel zu viel Licht geht dorthin wo man es nicht haben will. Die K3 strahlt genau und exakt geradeaus.
Fazit: Als “immer dabei haben”-Taschenlampe ist die K3 die allerbeste Wahl. Sie ist heller, kleiner, subjektiv wertiger als die Maglite. Und: Sie ist billiger — bzw. war es zumindest! Meine Maglite hat vor einigen Monaten noch 40 Euro gekostet, inzwischen liegen aber beide Lampen im Bereich von 20 Euro. In rauhen Umgebungen ist die Schlüsselanhängergröße der K3 ein wenig fummelig. Wen das stört, der soll sich aber mal die großen Brüder der K3 anschauen.


18. März 2009 um 18:00
Soso, nun hast du also zum ersten Mal dein Blog verkauft.
18. März 2009 um 18:34
Nettes Ding. Und Willkommen im Trigami-Club.
18. März 2009 um 21:48
Wow, total cool, das hol ich mir auch!
Gruß Jan-Erik
21. März 2009 um 0:03
Konnte das Ding ja mal in Aktion erleben. Ich nehme an, dass durch den scharfen Fokus der Kontrast von hell auf dunkel krasser ist. Daher scheint die K3 heller zu sein.
Um bei Neumond herumsausende Konfis zu finden ist meine Mag-6D besser geeignet
Für den Schlüsselbund aber ein nettes und brauchbares Teil.
21. März 2009 um 17:40
Auch ich habe Markus schon mit der Lampe in Aktion erlebt und er war damit auch wirklich die Attraktion des Abends. Hat keiner geglaubt, dass das kleine Ding so hell leuchtet. Wie hell ist doch eigentlich schnurz, so lange es subjektiv sehr ergiebig erscheint.
Wenn mir jemand eine schenkt, hätte ich nichts dagegen einzuwenden.
20. April 2009 um 10:20
Hab mir soeben auch eine K3 bestellt. Bin gespannt wie hell die wirklich ist. Das Nonplusultra wär natürlich die Ledlenser x21 mit 900 Lumen, die kostet allerdings auch um die 350€…