Meine Intel X25 Postville SSD im Mac Mini unter OS X
Mein rund 1,5 Jahre alter Mac Mini ist mein primärer Rechner, an dem ich so ziemlich alles arbeite. Von Eclipse über Photoshop bishin zu Cubase. Weil ich auch einen mobilen Desktoprechner brauche, der sich bequem und einfach zwischen verschiedenen Wohnsitzen hin und hertransportieren lässt, geht kein größerer Rechner. Also ist Tuning angesagt! Vor einiger Zeit hab ich den RAM aufgebohrt, und jetzt war der zweite Flaschenhals dran. Nein, nicht der Prozessor, sondern die Festplatte.
Eingebaut habe ich, völlig kompromisslos, eine SSD. Nach dem Lesen einiger Testberichte im Netz und in Magazinen wird einem schnell klar, dass nur die Intel X25 halbwegs ausgereift ist und einen merkbaren Geschwindigkeitsvorteil bringt. Also habe ich eine Intel X25 Postville 160GB bei Amazon.de bestellt.
Hier nun ein praxisnaher Erfahrungsbericht.
Festplatteneinbau in den Mac Mini
Hier gibt es genug Tutorials im Internet. Ich bin am besten mit einem YouTube Video gefahren. Der Einbau ist nichts für Anfänger, man braucht vor allem geeignetes Werkzeug und gutes Fingerspitzengefühl. Weil man sehr viel ausbauen muss (das ganze obere Modul samt allen Antennen muss weg), sollte man sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Mit Haushalswerkzeug ist es nahezu unmöglich, den Mac Mini nicht zu verkratzen. Wer also weiterhin einen kratzerfreien Mac will, muss wohl zur Vertragswerkstatt gehen.
Neuinstallation auf der SSD
Ich hatte ein aktuelles Time Machine Backup und wollte dieses einspielen. Der Assistent hat jedoch die SSD nicht erkannt, die Platte muss formatiert sein. Also musste ich die Platte an meinem Mac Book Pro formatieren. Darum der Tipp: Für knapp 10 Euro gibt es USB2-Gehäuse für SATA-Platten. Einfach eines mitbestellen und vor dem Einbau mit dem Festplattendienstprogramm die Platte formatieren. Nach dem Formatieren hat Time Machine das Backup in 2 Stunden eingespielt. Flaschenhals war hier meine recht lahme Backup-Platte.
Einspielen der aktuellen Firmware
Intel hat in der ausgelieferten Firmware der Platte den Trim-Befehl nicht implementiert. Der sorgt dafür, dass das System erkennt, welche Bereiche keine Daten mehr enthalten und demzufolge nicht verwaltet werden müssen. Seit einigen Wochen gibt es aber eine Firmware dafür. Die ist auf der Intel-Seite als ISO zu bekommen. Diese ISO brennt man auf eine CD, bootet von ebendieser, drückt ein paar Mal die Taste Z (weil das deutsche QWERTZ nicht erkannt wird) und die Platte wird ohne Datenverlust aktualisiert.
OS X auf einer SSD
Nach dem Starten von OS X war das System erstmal lahmgelegt. Im Taskmanager zeigt der Dienst “dwhelper” eine Prozessorauslastung von knapp 80% an. Und das für gute 50 Minuten. Dahinter verbirgt sich der Indexer von Spotlight. Dieser hat wohl keine eingebaute Drossel und wurde nicht tief genicet, sodass er mit einem sehr schnellen Tempo die sehr schnelle Platte indiziert. So schnell, dass der Prozessor überlastet ist. Nach einer Stunde ist der Spuk aber vorbei, das Echtzeit-Indizieren ist nicht weiter spürbar. Bleibt zu hoffen, dass Apple dem Dienst ein Performance-Update verpasst.
Mit der Platte zu arbeiten macht sehr viel Spaß. Oft verwendete Programme wie Safari oder Mail starten praktisch in “Echtzeit” bei Klick. Den Ladebalken von iWorks sieht man so gut wie nicht mehr. Eclipse ist in gut 12 Sekunden samt umfangreicher Plugins geladen. Einen sehr großen Geschwindigkeitszuwachs hat man auch beim Suchen in der History von Safari, beim Laden von Fotos in iPhoto und vor allem beim Speichern gigabytegroßer Dokumente in InDesign.
Eine SSD wird wärmer als eine normale Festplatte, darum ist der Lüfter häufiger bemerkbar als mit einer normalen Platte. Die SSD selbst ist aber geräuschlos.
Fazit: Wer sich über langsam ladende Programme stört, einen merkbaren Geschwindigkeitszuwachs (für einen betagten Rechner) benötigt, mit einem relativ geringen Datenvolumen auskommt und bereit ist, dafür Geld auszugeben, wird mit der SSD glücklich. Klarwerden muss man sich aber, dass der neue Flaschenhals dann der Prozessor wird, der mit der hohen Datenrate klarkommen muss.


4. Januar 2010 um 15:35
beim amazon link fehlt ein H.
4. Januar 2010 um 15:56
Danke! Nicht dass mir hier noch eine Reseller-Provision abhanden geht…
15. Januar 2010 um 16:10
Hab mir diese Woche auch die SSD Platte in mein Macbook Pro eingebaut. Ist echt eine klasse Sache. Vor allem bei der Bilbearbeitung in Lightroom geht alles deutlich schneller. Ich habe auch gemerkt, dass die SSD Wärmer wird. Liegt aber wohl daran, dass bei der Festplatte sich die Platten gedreht haben und dadurch innerlich gekühlt wurde. Finde ich aber nicht so schlimm, da man gerade in der kalten Zeit immer schön warme hände hat
Viele Grüße
Thomas