Archiv für die Kategorie'Musik'

Dornenreich in Würzburg

am 25. März 2009 über Kultur, Musik, Review, erlebt

Es gibt nur noch wenige Bands, für die ich 100 Kilometer weit fahren würde. Zu viele Metal-Bands habe ich schon gesehen und gehört, teilweise mehr als einmal — und zu gleich klingen sie alle. Dornenreich ist im Einheitsbrei des inzwischen sehr gefällig gewordenen Metal der Gegenwart eine rühmliche Ausnahme. Mit zwei weiteren Bands waren die österreichischen Avantgarde-Metaller auf Tour. Dornenreich besteht heute im Kern aus dem Sänger und Gitarristen Jochen „Evíga“ Stock und dem Violinisten Thomas „Inve“ Riesner. Sowohl akustische als auch elektronsiche Alben wurden produziert.

Die lokale Vorband haben wir trotz oder gerade wegen dem Aufsuchen einer Filiale des “Güldenen M” dankenswerterweise verpasst.

Mely

Doom würde ich ihre Musik nennen. Und alles was Doom und Thrash heißt, sei es auch nur im Präfix des Wortes “Einfluss”, gefällt mir nicht. Das ist reine Geschmackssache und kein Qualitätsmerkmal. Allenfalls herausragend war bei Mely der mehrstimmige, sehr kraftvolle und gut intonierte Gesang, der zwischen den Grunts ab und an durchbrach. Ansonsten konnte die Musik trotz Vorhandensein eines Keyboarders mein Interesse kaum wecken.

Agalloch

Weiters recht unkonventionell und progressiv ging es mit Agalloch weiter. Die amerikanische Band streifte widerum den wenig in Fahrt kommenden Doom-Metal — die progressiven Einschläge, die Epik und die komplexen Strukturen haben mir aber gefallen. Der Gesang war äußerst sporadisch, aber dennoch gut — die Stücke trugen sich durch lange Instrumentalparts. Die Bühnenshow ohne den Anflug einer Inszenierung mochte (auch dank blinkendem und völlig überdimensioniertem Bühnenlicht) nicht so recht zu der Stimmung passen. Dennoch eine gute Band, eine kleine Überraschung — aber kein Hochgefühl in den gefühlten 3 Stunden epischer Musikdarbietung.

Dornenreich

Enttäuscht war ich 2007, als Dornenreich beim Summerbreeze zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in elektronischer Besetzung auftraten. Gleich der erste Song musste damals abgebrochen werden, der Sound war wie auf einem Festival generell üblich recht unterirdisch und passende Stimmung kam zwischen betrunkenen Emocore-Kiddies nachts um 1:00 Uhr nicht wirklich auf. Im Club war diese aber halbwegs spürbar. Der Sound war gut, wegen des fehlenden Basses aber nicht perfekt. Die Gitarre hatte viel zu viel zu tun, die Violine konnte jedoch Akzente setzen und Bögen spannen. Überragend war das Schlagzeug. Der flüsternde Gesang kann ob der Lautstärke live nicht umgesetzt werden, umso erstaunter war ich, dass auch Grunting und Screaming zu den Songs passte.

Diese stammten fast ausschließlich aus dem Album “Her von welken Nächten” — eine Legende und meiner Meinung nach eines der besonderen Alben der Geschichte des Metals. Einige wenige Lieder von den vorherigen E-Alben wurden gespielt, zudem gab es elektronische Neuinterpretationen von akustischen Liedern. “Jagd” stand hier herausragend, mit neuer rhythmischer Struktur und mehr Drang.

Alles in allem gefällt mir Dornenreich live wohl doch am besten, wenn sie akustisch unterwegs sind. Auf CD darf es dann aber doch die E-Besetzung sein.

Fußball

am 21. Februar 2009 über Musik

Vor schon längerer Zeit war ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Fußballstadion. Nein, nicht für ein Konzert, tatsächlich für ein echtes Fußballspiel. 

Das eigentliche Spiel (der Hausverein meiner Unistadt und eine C-Mannschaft der zweiten Liga) hat mich nicht im Geringsten interessiert. Viel interessanter fand ich die Kultur, die der Fußball um sich herum aufgebaut hat. 

An allen Ecken und Enden fühlte ich mich an an die Metal-Szene erinnert. Darum hier nun eine kleine Gegenüberstellung der beiden martialisch maskulinen Männer-Verbünden. 

Die Menschen. Im Fußball geht der Mob von 5 bis 99. Jede Altersgruppe ist vertreten. Dennoch dominiert das männliche Geschlecht erheblich — und die älteren stören sich an den jüngeren oder belächeln sie zumindest. 14jährige beim Pogo im Fanblock? Das kann der Metal auch. Sogar inklusive Bierduschen, wenn mal ein Becher unfreiwillig in Bewegung gerät. Das Alter im Metal ist jedoch etwas enger: Jünger als 14 ist kaum einer, älter als 30 auch nicht. 

Die Kleidung. Im Fußball ist das wichtigste Erkennungsmerkmal die Kleidung in den Mannschaftsfarben. Trikots und vor allem Schals zeigen die Gesinnung. Auch im Metal gilt ein strikter Codex, auch hier trägt man T-Shirts mit Bandlogos. Aber: Im Fußball sind keine anderen Farben denn der spielenden Mannschaft zu sehen. Beim Metal wäre das ein Faux Pas: Es gilt als “Fanboy” oder engstirnig, wenn man auf ein Konzert das Fanshirt der spielenden Band spazieren trägt. Und: Merchandise von Metalbands ist erheblich billiger als das des Fußballs. 

Die Extremen. In beiden Szenen gibt es radikale Gruppierungen. Im Fußball die “Ultras”, im Metal den Black Metal. Beide zeichnen sich durch nahezu identische Ästhetik aus: Schwarz und neutral. Beide legen eine erhebliche Arroganz an den Tag. Beide betrachten sich als die Elite und das einzig Wahre und Wahrhaftige.

Der Alkohol. Der Fußballfan trinkt. Sehr viel sogar. Und recht undifferenziert. Der Metalfan macht das auch, wenngleich der Anteil an Veganer und Antialkoholiker im Metal wie in allen Subkulturen der Harten Musik recht hoch ist. In beiden Fällen aber: Alkohol begünstigt die gute Stimmung. 

Das Aggressionspotential. Undenkbar, dass es auf einem Metalkonzert eine Schlägerei gibt. Große Metalfestivals kommen trotz tausender Besucher mit einer Hand voll Ordner und Polizisten aus. Nicht so beim Fußball. Allein bei dem Spiel, dem ich beiwohnte, wurde ich Zeuge einer Festnahme. Aus der Zeitung erfuhr ich von einem Schwerverletzten und einem Mob, der die KSC-Geschäftsstelle stürmen wollte. Demnach: Metal ist friedlicher. 

Der Kommerz. Wohin man auch hinschaut: Im Stadion gibt es mehr Werbung als Fußball. Auf den Trikots, an den Banden, auf den Bildschirmen. Beim Metal undenkbar. Mehr als eine Anzeige auf einem Flyer würde Fans und Bands erheblich verärgern. Antikommerzialität ist ein wesentlicher Faktor der Glaubwürdigkeit. 

Der Blick von Außen. Kurios bis fremd erschien mir die Fußballwelt. Und das wird so ziemlich auch das Gefühl sein, das ein Außenstehender bei seinem ersten Besuch auf einem Metalkonzert haben wird. 

Total Armaggeddon Hillsong Worship Holocaust

am 2. Januar 2009 über Glaube, Kritik, Musik

Metal und Worship-Musik? Das sind (auch in der explizit christlichen Metalszene) zwei Dinge, die wohl nicht zusammenpassen. Da gibt es zum einen den harten Metal, der zumindest im christlichen Teil der Szene ein wenig elitär daherkommt und textlich meist einen gewissen Tiefgang in Anspruch nimmt. Auf der anderen Seite gibt es dann den gemeinen Worship. Pop, einfach Akkorde, einfache Texte. Diese Form des “geistlichen Liedes” ist heute in fast allen modernen Kirchen ein wesentliches Element im Gottesdienst und hauptsächliches musikalisches Medium. 

Freunde der harten Musik hatten bisher eines gemein: Sie mögen keinen Worship-Pop. Nur weil die musikalische Form nicht stimmt? Herausfinden kann man das anhand einer neuen CD, die das christliche Metal-Label “Bullroser Records” auf den Markt gebracht hat. Die Scheibe nennt sich “Scandinavian Metal Praise” und ist für ein wenig Geld käuflich in den einschlägigen Shops zu bekommen. Geboten werden einem tatsächlich bekannte, poppige Hillsong-Worship-Songs, unterlegt mit harten Gitarren, Riffs und treibenden Drums. Die Musiker der Projektes sind unbekannt, Kenner können aber gewisse Assoziationen ziehen. 

Reinhören lohnt sich auf jeden Fall. MySpace bietet hier einige Songs in voller Länge. Solide produziert ist das Album auf jeden Fall. Auch interessant: Nun kann sich mal nicht der Metaller dem Christentum annähern, sondern der gemeine Pop-Christ dem christlichen Metal. 

Vergessen darf man aber nicht: Einziger Sinn der Platte ist Lobpreis. Wer es hört wird den Musikern und dem Label egal sein. 

Nordische Cembali

am 25. Dezember 2008 über Musik

Ich besitze ein Nord Stage 88, das ist ein sehr gutes (und leider teures) E-Piano einer kleinen aber feinen Firma im nordischen Schweden. Das Instrument besitze ich seit mehren Jahren und bin rundum zufrieden — wenn man von lästigen Reparaturen mal absieht. 

Was das Instrument alles kann, hab ich schon einmal beschrieben. Und was vor drei Jahren noch grottenschlecht war: Die Piano-Samples. Doch dort hat sich einiges getan. Erheblich viele neue Funktionen und bessere Samples wurden in den letzten Jahren angeboten. Das Betriebssystem wird ständig weiterentwickelt und verbessert, es kommen neue Samples hinzu. 

Und eines dieser neuen Samplesets ist ein komplettes Französisches Cembalo in allen Registraturen. Und hier zeigt sich auch schon ein großes Manko des Nord Stage: Der Speicher, welcher vor drei Jahren für die (schlechten) Samples noch ausreichend war, wird nun sehr knapp. 107 MB kostet das komplette Cembalo, 128 MB hat das Gerät. Da wird es sehr knapp, zumal man alleine für den überlebenswichtigen Konzertflügel 44 MB berappen muss. Das ist äußerst ärgerlich. Gemerkt hat das nun auch der Hersteller und bietet das Nordstage nun nur noch in einer EX-Edition mit 248 MB Speicher, allerdings zum selben Preis wie das ansonsten (technisch) baugleiche Modell von vor drei Jahren. 

Da es aber keine Hörproben des Cembali gibt, habe ich schnell etwas aufgenommen: Eine der 555 Sonaten von Domenico Scarlatti, Longo 140 bzw. Kirkpatrick 341. Ein Allegro in A-Dur und eine der bekannteren Sonaten. Gespielt wurde auf dem Französischen Sampleset mit Unten 8′ und 4′ sowie Oben 8′ gekoppelt — also das Tutti des Instruments. Stilechter wäre sicher das ebenfalls verfügbare Italienische Cembalo. Das ist aber eher ein Continuo-Instrument und macht lange nicht soviel Bums wie sein solistisches Adäquat aus Frankreich. 

Hier also ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, veröffentlicht unter CC BY-SA-NC, live eingespielt von mir und nicht nachbearbeitet. Zu hören ist nur das Nord Stage samt seinem Hall und eigenen EQ. 

K 341 Allegro (OGG, 3,8 MB)
K 341 Alegro (WAV, 26 MB) 

 

Hosen in Socken Reprise

am 6. Dezember 2008 über Musik

Beta-Bloggen finde ich doof. Wenn aber ein eigener Artikel nochmal aufgegriffen wird, dann ist es aber hoffentlich zu verzeihen: 

Vor geraumer Zeit schrieb ich einen Beitrag über Menschen, die ihre Hosen in die Socken stopfen. Und ausgerechnet dieser Beitrag erfreut sich einer regen Diskussion (wohl wegen hohem Google-Ranking). Nicht bedeutend viele, dafür aber umso lustigere Kommentare haben sich angesammelt. Sehr lesenswert!

http://d135-1r43.de/2008/02/18/hosen-in-den-socken-trager/

Noten

am 1. Oktober 2008 über Musik

Wenn man Musik macht, dann braucht man dazu Noten. Zumindest dann, wenn man zu der ernsteren Gattung der Musiker gehört. Und damit fängt der Spaß auch schon an: Was die großen Verlage einem feilbieten, ist in nahezu allen Fällen eine Zumutung.

In erster Linie sind die Preise zu nennen. Ein Heftchen mit ein paar Seiten gibt es inzwischen nicht mehr unter 20 bis 30 Euro zu kaufen. Die Buchbindequalität ist zumeist hundsmiserabel. Die “Bücher” von Edition Peters fallen nach einigen Wochen des regelmäßigen Gebrauchs komplett auseinander. Die Bücher von anderen Verlagen lassen sich nicht auf dem Notenpult aufklappen, da die Leimbindung zu straff ist. 

Ein anderes leidiges Thema ist das Druckbild: Neuere Sätze machen auch die großen Verlage inzwischen nicht mehr mit Satzsystemen oder gar Drucklettern, sondern mit recht einfachen Computerprogrammen. Das Druckbild wird dadurch sehr lieblos, schwer zu erfassen und die Blätterstellen sind ungeschickt. Und die alten Sätze? Das sind meist ein manueller Satz aus dem vorletzten Jahrhundert. Da hat sich ein Profi noch Gedanken gemacht, hat geschickte Blätterstellen ersonnen, komplexe Stellen im Druckbild entzerrt und liebevoll alle Bögen, Anmerkungen und Abstände angepasst. Warum sollte man dafür aber bezahlen? Diese Sätze sind allgemeingütig und frei. Der Komponist ist länger als 80 Jahre tot und der Satz ist älter als 80 Jahre. Nach deutschem Recht hat darf man diese Noten frei kopieren und verteilen. 

Und genau das macht man nun auch. Nach langen Rechtstreitigkeiten und mehreren Jahren unter “Beschlagnahme” gibt es seit nun seit einem Jahr wieder die Petrucci-Bibliothek. 20.000 Partituren stehen dort zum freien Download. Diese Zahl lässt ahnen, dass man dort alles Wichtige findet. Bach ist komplett, inklusive einer freien Gesamtausgabe des Orgelwerkes. Mozart und Beethoven sind es fast. Und vielerlei Schätze findet man dort auch. 

Nun eine kleine Praxis-Bewertung des Ganzen: Ich finde es äußerst brauchbar — wenn man sich auskennt und weiß, was man möchte. Ein “Die schönsten Kitschlieder für Hochzeiten”-Buch wird man dort nicht finden. Und vereinfachte Arrangements für Anfänger erst recht nicht. Wenn man aber bereit ist, sich auf Schatzsuche zu begeben, wird man belohnt werden. Das interne Bewertungssystem macht es sehr leicht, schlechte Scans und fehlerhafte Ausgaben ohne Laden der PDFs zu erkennen.

Wenn man dann noch die Noten durch den Laserdrucker jagt, mit einer Bindemaschine vom Discounter hübsch zusammenbindet dann stehen die Ausgaben den 30 Euro Teureren aus der Notenhandlung in nichts nach. 

Produktivitätskiller

am 24. September 2008 über Musik

Meine Theorie: Die Errungenschaften der Technik unterstützen den Menschen in selbem Maße durch Steigerung der Produktivität wie sie die selbige Mindern durch allerlei Möglichkeiten der virtuellen Zeitverschwendung und -vergeudung. Hier die Ursachen und meine Lösungsansätze, ganz nach dem “GTD“-Trend:

1. Instant Messaging

Mit einem Chatfenster offen bei der Arbeit ist es mit ihr meist schnell erledigt. Instant Messaging heißt so, weil der Chatpartner sofort eine Antwort möchte — auch auf so wichtige Fragen wie “hey was geht?”. Und selbst wenn sich interessante Gespräche entwickeln: Allabendliches Chatten über mehrere Stunden hat in etwa den selben Kommunikationsfaktor wie sich zehn Minuten bei einem Kaffee zu unterhalten. Und bei spätestens drei offenen Chatfenstern sind selbst begabte Schnelltipper bei ihrer Vollauslastung angekommen. Andererseits ist IM perfekt und notwendig für kurze Kommunikation, schnelle Hinweise, Verabredungen und auch zum Geldsparen: IM ist kostenlos, ein Telefonat meistens nicht. Aber dennoch: Ein Mittelweg zwischen Dauerchat und sinnvoller Kommunikation muss her.

Lösung: Statusnachrichten pflegen und konsequent einfordern. Ein “Away” heißt außer Haus zu sein und ein “DND” heißt, dass der Partner auf Smalltalk keine Antwort bekommt oder auf das Stören hingewiesen wird. Im Gegenzug sollte man die Stati der Chatpartner auch selbst respektieren. Mittel- und langfristige Dinge kann man besser in Nicht-Echtzeit durch E-Mail klären. Und ein Treffen mit alten Freunden alle paar Wochen minimiert auch unpassende “Na, wie geht’s denn?”-Fragen. Und ein “Tschüß” loszuwerden ohne danach offline zu gehen darf auch mal vorkommen.

2. Systempflege

Als Gentoo-Nutzer kann man rein theoretisch jede Stunde (erfolgreich!) sein Paket-Verzeichnis auf den neuesten Stand bringen, unendliche Konfigurationsarbeit machen und immer am System frickeln. Ein neuer Kernel? Auch dafür kann man alle zwei Wochen mehrere Stunden investieren. Systempflege braucht Zeit.

Lösung: Ein Update nur einmal pro Woche strikt terminieren, dann gegebenenfalls über Nacht kompilieren lassen. Ein “&& halt” am Ende des Kommandos schickt den Rechner dann auch nach getaner Arbeit in den Schlaf. Ein großes Systemupdate nur dann durchführen, wenn man auf handfeste Probleme gestoßen ist, die sich mit dem Update beheben lassen. Ansonsten tut es auch ein alter Kernel. Und: Den Spieltrieb eindämmen. Man braucht nicht alle Monate einen anderen Window Manager.

3. E-Mails

Mehrere hundert E-Mails pro Tag sind für netzaktive Menschen keine Seltenheit. Das Sortieren und Durchschauen und Lesen braucht Zeit.

Lösung: Alle (wirklich alle) Newsletter kündigen! In Zeiten von RSS braucht das niemand mehr. Einen professionellen, also im Ernstfall kommerziellen, Spamfilter einsetzen! Für Maillinglisten einen Filter anlegen, der die entsprechenden E-Mails in Unterordner verschiebt — für IMAP serverseitig. Und: Alle Korrespondenz im Postfach-Root lassen. Die Suchfunktion moderner Clients ist wesentlich flexibler als das statische und zeitaufwändige Einsortieren in Ordner. Googlemail hat das ganz richtig erkannt.

4. News

Nachrichten gibt es im Internet umsonst, aktuell und für jedes Interessensgebiet. Alle 5 Minuten den Heise-Ticker checken? Mal schauen, was bei Reddit.com steht? Das Bedürfnis an Information steht einer kontinuierlichen Arbeit ein wenig im Weg.

Lösung: Tageszeitung lesen! Ich präferiere die taz. Man wird sich wundern, wie das Leseverhalten durch eine echte Zeitung verändert wird: Man liest die Dinge im Zusammenhang, widmet sich auch mal einer längeren Hintergrundreportage und ist stets umfassend informiert. Die Qualität eines langen Zeitungsartikel steht in keinem Verhältnis zum klassischen kurzen, prägnanten Internettext. Für Themen, die nicht durch eine Tageszeitung abgedeckt werden reicht dann auch, einmal am Abend die Newsaggregatoren abzuklappern.


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M. Herhoffer