Es werde Licht: Led Lenser M1
am 2. September 2009 über ReviewFrisch aus dem Urlaub gekommen fand ich vor meiner Haustüre ein doch recht großes Paket vor. Umso erstaunter war ich dann, dass darin doch recht kleine, kompakte Kästchen waren. Allen voran die neue M1 eine kleine, süße LED-Taschenlampe aus dem Hause Zweibrüder Led-Lenser.
Die Taschanlampe kommt mit einem praktischen Nylon-Holster, der bequem an jedem Gürtel anzubringen ist — dank Druckknopf sogar ohne den Gürtel zu lösen. Eine passende Marken-Batterie liegt ebenso bei. Neben einer ausführlichen Anleitung in deutscher Sprache ist auch eine kompakte Mini-Anleitung in stabilem Scheckkartenformat mit im Paket. Dort ist nochmal grafisch und leicht verständlich die Bedienung der unterschiedlichen Modi erklärt.
Davon gibt es nämlich durch die “Smart Light Technology” gleich drei: Einmal “full Power”. Gleich nach dem Einschalten leuchtet die Lampe mit voller Kraft. Ein weiterer Druck auf den Schalter am Heck schaltet in den Energiesparmodus um. Der ist wahrlich nicht nur nötig, um Energie zu sparen. Der dritte Modus ist der Stroboskop-Modus, der die Taschenlampe dauerblinken lässt. Das Durchschalten der Modi ist auch über einfaches Antippen möglich, eine ausführliche Beschreibung dazu liegt sowohl in der Betriebsanleitung als auch auf der scheckkartengroßen “Smart Card” bei.
Die M1 kann einfach und vor allem einhändig über das Speed-Fokus-Schiebesystem fokussiert werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz aus dem Hause Maglite. Lange habe ich eine Maglite LED AAA benutzt. Und meistens genau dann, wenn mindestens eine Hand irgend etwas getragen hat. Umständlich am Kopf rumschrauben ist dann alles andere als praktisch. Nicht so bei der Led Lenser M1: Das Speed-Focus-System lässt sich schnell und leichtgängig, aber dennoch präzise schieben. Daumen und Zeigefinger genügen dafür, während die Lampe in der selben Hand liegt.
Die Leistung der M1 beträgt nominell 155 Lumen, die 3 Minuten nach Einschalten andauern. Danach wird auf 60 Lumen gedimmt, um Energie zu sparen. Benötigt man doch einmal länger als 3 Minuten volle Kraft, dann kann man die M1 einfach ein- und wieder ausschalten.
Eine hochstromfähige Lithium-Batterie sorgt für mehr Leistung, die Kontakte sind vergoldet. Die Verarbeitung der Lampe erscheint sehr hochwertig. Nichts wackelt, beim Schütteln klappert nichts. Die Gewinde fassen äußerst gut und sind mit Gummis abgedichtet.
Der Test
Trockenschwimmen mag ich nicht, daher habe ich die M1 gleich zwei Tage im vollen Praxiseinsatz getestet. Einmal bei der nächtlichen Beachparty im Schwaigerner Freibad, die ich hauptverantwortlich organisiert habe und einmal beim “We Will Rock You”-Konzert in Massenbachhausen, wo ich im Orga-Team bin.
“Wow”, war mein erster Eindruck. Gewohnt war ich das Licht von 90cm langen MagLites und habe ersthaft damit gerechnet, dass die kleine M1 diesen Ungetümen nicht das Wasser reichen können. Kann Sie aber. “Size Matters” ist im Fall der M1 eindeutig widerlegt. Leuchtet man in Kabelkisten und Cases, war die volle Leistung sogar zu stark. Mit einem weiteren Druck auf den Schalter ist man aber recht fix in dem Modus mit 30% Lichtkraft.
Der Stroboskop-Effekt wird vom Hersteller für die Selbstverteidigung empfohlen, da er einen Angreifer stark blendet. Das tut er in der Tat. Ein kurzer Selbsttest lädt nicht gerade zum Wiederholen ein. Der Blendeffekt und vor allem die Irritation durch das flimmernde Licht ist enorm.
Aber das ist meiner Meinung nach wahrlich nicht der einzige Einsatzbereich. Eigentlich hielt ich diesen Modas beim Durchlesen der Anleitung für eine nette Spielerei, der Praxiseinsatz hat aber etwas anderes gezeigt. Gerade in der Veranstaltungstechnik, aber sicher auch im Sicherheitsbereich und beim Outdooring ist der Strobokopmodus eine hervorragende Möglichkeit, um Signale zu geben. Egal ob beim Einweisen von Autos oder beim Lichtsignal aus 20 Meter Entfernung an den Tontechniker am FOH — das Strobe ist extrem auffällig und setzt sich gegenüber anderen Lichtquellen sehr gut durch.
Das Durchschalten der Modi geht auf zwei Arten: Enweder durch wiederholtes Betätigen des Schalters oder durch wiederholtes Antippen. Und das benötig leider etwas Übung, es intuitiv zu bedienen gelang mir am Anfang nicht. Sowohl in die Geschwindigkeit als auch die Druckstärke beim Tippen muss man sich erst einarbeiten. Ist das aber geschafft, geht das Durchschalten recht fix. Und wenn man mal vergessen hat, wie das Durchschalten funktioniert, hilft der kleine scheckkartengroße Spickzettel.
Gewohnt war ich immer, neben meinem Leatherman stets mehrere hundert Gramm an Taschenlampe zu tragen. Doch die M1 ist mit 74g kaum spürbar. Mein Schlüsselbund wiegt deutlich mehr.
Die M1 kostet im Handel 69 Euro.
Fazit: Verglichen mit meiner Maglite LED AAA ist die M1 um Welten besser, handlicher und leuchtstärker. Gerade bei Einsätzen, wo man vielleicht oder mal kurz eine Taschenlampe braucht hat die Lampe ideale Voraussetzungen, um unauffällig und nicht störend am Gürtel, in der Handtasche oder in der Hosentasche auf ihren Einsatz zu warten. Damit sind sie sowohl für den qualitätsbewussten Consumer als auch für den Profi mit gelegentlichem Bedarf an spontanem Licht eine sichere Wahl. Und wenn man einmal Hilfe oder Beratung braucht, dann bietet Led-Lenser gleich eine ganze Community an, an die man sich wenden kann.




